Häuslebauer sollen für öffentlichen Gehweg zahlen

Diese Gehwegplatten hat die Telekom schief und krumm hinterlassen, nachdem sie den Telefonanschluss zum Haus verlegt hat, erzählt Ina Goldmann. Die Hausbesitzerin weigert sich, jetzt für die Instandsetzung zu bezahlen.

Neuwiedenthaler Familie fühlt sich vom Wegewart schikaniert

Alles könnte so schön sein: Nach monatelangen Bauarbeiten, war das Einfamilienhäuschen der Familie Goldmann im Moorburger Ring Ende Mai endlich fertig. Ina Goldmann, ihr Mann und die drei Kinder sind aus Wilhelmsburg an den nördlichen Rand von Hausbruch gezogen. Sie freuen sich über ihr neues Heim. Wenn da nur der Ärger mit dem Bauamt nicht wäre. „Der Wegewart will den öffentlichen Gehweg vor unserem Haus erneuern und wir sollen zahlen“, ärgert sich Ina Goldmann. „Er lässt überhaupt nicht mit sich reden. Das ist doch Schikane!“
Was war passiert? Vor ein paar Wochen bekamen die Goldmanns Post vom Bauamt. „Da steht, dass wir 2.000 Euro im Voraus für die Gehwegüberfahrt zahlen sollen“, berichtet die Bürokauffrau. Dabei habe die provisorische Überfahrt, die während der Bauarbeiten benötigt wurde, die Familie schon 1.700 Euro gekostet. „Ich habe den Wegewart damals gefragt, ob noch weitere Kosten auf uns zukommen, und er sagte nein. Schließlich muss ich alle Ausgaben für das Haus genau kalkulieren, damit mir am Ende das Geld nicht ausgeht“, erklärt die 35-Jährige. Verwundert wandte sie sich nun wieder an den Wegewart und erfuhr erst dann, dass ihr auch die Instandsetzung des öffentlichen Gehwegs vor dem Haus in Rechnung gestellt werden soll. Der Grund: Die von den Goldmanns beauftragte Baufirmen hätten ihn beschädigt. „Das stimmt nicht“, sagt Goldmann. „Nur die Telekom hat ein paar Gehwegplatten schlampig hinterlassen, nachdem sie die Leitungen verlegt hat. Der Rest des Weges sieht aus wie überall sonst in der Straße.“
Das sieht der Wegewart anders. „Der Weg ist erst vor zwei Jahren komplett erneuert worden“, sagt Bezirksamt-Sprecherin Bettina Maak. „Der Wegewart war während des Innenausbaus diverse Male vor Ort und hat dort jedes Mal verschiedene Gewerke vom Gehweg runtergejagt.“
Etwas entgegenkommen will man der Familie dennoch. „Der Wegewart wird sich mit der Telekom in Verbindung setzen und die Forderung direkt abrechnen“, sagt Maak. Das Unternehmen hatte den Goldmanns bereits zugesagt, die verursachten Schäden zu beheben oder die Kosten für die Reparatur zu begleichen – jedoch nur, wenn der Bezirk sie beauftragt. „Bisher hatte sich der Wegewart geweigert das zu tun“, erzählt Goldmann. Sie und ihr Mann müssen auch die 2.000 Euro nicht mehr vorstrecken, wie ursprünglich verlangt, sondern bekommen nach getaner Arbeit eine Rechnung. „Die gepflasterte Zufahrt zahlen wir, aber den Gehweg auf keinen Fall“, sagt Goldmann.
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