Gut Radfahren – wie gehts?

Hamburg will Wege und Routen ausbauen und verbessern –
die Pläne für Süderelbe

Vitt/ Istel, Süderelbe – Die Stadt Hamburg will mehr Bürger dazu bewegen, aufs Fahrrad umzusteigen. Dafür sollen Radwege und Strecken besser werden – die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist konkret geplant?
Die sogenannten Velorouten durch Hamburg sollen bis 2020 fertig werden, manche davon sind bisher nur abschnittsweise gebaut. Das sind Strecken abseits von Hauptverkehrsstraßen. Radler fahren hier teils auf eigenen Wegen, teils auf der Straße.
Der Bezirk Harburg soll die Routen 10 und 11 im Bereich Harburger Innenstadt verbessern. Die knapp 25 km lange Route 10 – die einzige in Süderelbe – soll von der Innenstadt über die Veddel, Wilhelmsburg, Harburg und Heimfeld bis nach Neugraben und weiter nach Neu Wulmstorf führen. Die Strecke ist eigentlich schon vorhanden: Es sind die Radwege entlang der Cuxhavener Straße. Sie müssten nur noch im Bereich der Kreuzungen verbessert werden.
„Es gibt Vorschläge vom Bezirk, aber noch keine Vereinbarungen mit der zuständigen Behörde“, sagt Bettina Maak, Sprecherin des Harburger Bezirksamtes.
Für Finkenwerder sieht es ganz düster aus: Hier gibt es keine
Veloroute, nur Freizeitrouten. Es soll auch keine Veloroute geben. Nur die Ostfrieslandstraße und der Finkenwerder Norderdeich sollen „als zentrale Straßen für den Radverkehr gemäß den Anforderungen der Straßenverkehrsordnung hergestellt werden“, so Norman Cordes, Sprecher des Bezirksamtes Mitte. Was genau gemacht werden soll, steht noch nicht fest.

Gibt es dafür mehr Geld?
Vermutlich, eine Summe für Harburg steht aber noch nicht fest. Der Senat will bis 2018 hamburgweit 33 Millionen Euro investieren, das Geld soll unter anderem auf die Bezirke aufgeteilt werden. Das ist noch nicht geschehen.
Die Bezirke sollen zudem anteilig mehr Personal bekommen, um die Bauarbeiten planen zu können. Daran hakte es zuletzt immer wieder. Bettina Maak: „Die Aufteilung auf die Bezirke ist noch nicht erfolgt.“

Sind weitere Stadtrad-Stationen geplant?

„Ja“, sagt Bettina Maak. „Es gibt Wünsche seitens der Politik, aber noch keine Standorte.“ Außerdem sollen an den S-Bahnhöfen Heimfeld und Neuwiedenthal mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder entstehen.

Sind Radverbände damit zufrieden?
„Aus der Sicht des ADFC ist die Zusammenarbeit mit dem Team rund um Radkoordinatorin Pfaue sehr gut. Die Routenführungen wurden nach unseren Vorstellungen angepasst. Beispielsweise sollte die anfängliche Route nach Neugraben die Schwarzenbergstraße hoch geführt werden – nur um dann über die Bissingstraße zur Stader Straße zu leiten. Inzwischen wird die Route auf Höhe der Bahngleise geführt“, sagt Dominik Pöltl (ADFC Harburg).
Macht ein Schild schon eine Fahrradstraße? Der ADFC verneint diese Frage und steht deswegen im Gespräch mit den Behörden über Qualitätsstandards der Velorouten.
Die vielen baulichen Eingriffe entlang der Bahnstrecke nach Neugraben werden Zeit brauchen. Der ADFC fordert hier einen transparenten und verlässlichen Zeitplan. Pöltl: „Fahrradverkehr passt zum naturnahen Wohnen der IBA-Projekte. Eine Verbindung von Neu Wulmstorf nach Finkenwerder als Radschnellweg stellt aus Sicht des ADFC eine wichtige Entlastung der S-Bahn-Verbindung dar.
Die Bezirkspolitik muss das Fahrrad als Verkehrsmittel anerkennen und sich von nicht zeitgemäßer, autozentrierter Politik trennen.“

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