Günstige Möbel und gute Zukunftschancen

Jaqueline (19, l.) und Jessica (18) arbeiten im Büro der Möbelkiste. Sie nehmen Anrufe entgegen, schreiben Rechnungen und organisieren den Transport der Möbel, die von Privatpersonen und einem großen Einrichtungshaus gespendet werden.
 
Die Arbeit in der Möbeliste macht Martin Spaß. „Es ist eine gute Sache für junge Leute, die noch nicht wissen was sie wollen“, sagt der 22-Jährige.

„Hamburger Kinder- und Jugendhilfe“ setzt Arbeitslosen-Projekt „Möbelkiste Neu Wulmstorf“ fort

Entwarnung bei der Möbelkiste Neu Wulmstorf: Nachdem das Arbeitslosen-Projekt Anfang Dezember bereits vor dem Aus stand, geht es nun doch weiter. „Wir haben am 21. Dezember eine Zusage vom Europäischen Sozialfonds bekommen“, freut sich Projektleiter Klaus Reese vom Träger „Hamburger Kinder- und Jugendhilfe“. Ohne die Förderung des ESF hätte die Möbeliste schließen müssen, denn der Fonds deckt einen Großteil der Projektkos-ten von rund 400.000 Euro ab.
In dem Geschäft im Grenzweg 23a können Hartz IV-Empfänger und Geringverdiener seit Januar 2011 neue und gebrauchte Möbel für wenig Geld kaufen. 28 Jugendliche und fünf ältere Langzeitarbeitslosen bauen die Möbel in einer Werkstatt zusammen und nehmen kleine Reparaturen vor. Auch den Verkauf und kaufmännische Aufgaben übernehmen die Projektteilnehmer. Zudem werden sie während des zwölfmonatigen Trainings intensiv betreut und in Workshops für den Arbeitsmarkt geschult. „Ziel ist es, sie auf den Weg zu bringen, eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz zu finden“, erklärt Berufsberaterin Stefanie Reese. Das Konzept geht auf: „Unsere Vermittlungsquote liegt bei 70 Prozent“, sagt Reese zufrieden.
Ein wichtiger Teil des Trainings sind Praktika, während der die Teilnehmer vier Monate lang erproben können, ob ihr Wunschberuf ihnen liegt. „Das Gute ist, dass man, wenn es nicht klappt, nicht wieder zuhause sitzt, sondern hierher zurückkommt“, sagt Martin (22). Er ist froh über die Unterstützung in der Möbelkiste. „Wird ein Praktikum abgebrochen, setzen wir uns zusammen und versuchen herauszufinden, woran es gelegen hat“, erklärt Stefanie Reese.
Zum Jahresbeginn startete die Möbelkiste ihr neues Projekt „Aqua plus“ (siehe Infokas-ten). Jaqueline (19) aus Fleestedt und Jessica (18) aus Neu Wulmstorf gehören zu den 17 ersten Teilnehmern. Sie arbeiten im Büro. „Das macht Spaß“, sagt Jaqueline zufrieden. Nach einer abgebrochenen Ausbildung freut sie sich, endlich ein klares Berufsziel gefunden zu haben: „Ich will Kauffrau für Bürokommunikation werden“, ist sie sich sicher. Jessica möchte als Verkäuferin arbeiten. Ihr macht der Kontakt mit Kunden Spaß. „Wie man mit ihnen umgeht, weiß ich erst, seitdem ich hier bin. In der Schule lernt man sowas ja nicht“, meint sie.


Info: „Aqua plus“
Anders als beim Vorgängerprojekt „Aqua“ (Arbeit durch Qualifizierung) können bei „Aqua plus“ mehr Arbeitslose über 25 Jahre mitmachen, wobei ein Schwerpunkt weiter auf Jugendlichen liegen soll, die eine Ausbildung suchen. Vorraussetzung bleibt, dass alle Teilnehmer Arbeitslosengeld II beziehen und in den Landkreisen Harburg oder Stade leben. Interessierte können sich nicht direkt bei der Möbelkiste bewerben, sondern werden über ihr zuständiges Jobcenter vermittelt. Zurzeit gibt es noch 13 freie Plätze.
Auch für das neue Projekt sucht die Möbelkiste laufend Firmen, die Praktika anbieten können. Kontakt: S 380 71 41 00. Wer gut erhaltene Möbel oder Kinderwagen spenden möchte, kann sich unter
Tel. 380 71 41 01 melden.
Öffnungszeiten: mo-do 8.30-15 Uhr, fr 8.30-13 Uhr
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