Gras stank bis ins Treppenhaus

Insgesamt 45 Blumenkübel mit Cannabispflanzen räumte die Polizei vor Kurzem aus einer Neu Wulmstorfer Wohnung. (Foto: Polizeiinspektion Harburg)

Polizei räumt Marihuana-Plantage in Neu Wulmstorfer Wohnung

von Andreas Tsilis, Neu Wulmstorf
Sie hatten einen guten Riecher: Nach Hinweisen von Bewohnern eines Neu Wulmstorfer Mehrfamilienhauses ging der Polizei am vergangenen Mittwoch ein Mann ins Netz, der in seiner Wohnung eine Marihuana-Miniplantage eingerichtet hatte. Nachdem den Nachbarn des Mannes wiederholt ein aus seiner Wohnung strömender Marihuana-Geruch aufgefallen war, verständigten sie schließlich die Polizei. Die Beamten durchsuchten die Wohnung im Ortskern der Gemeinde und fanden 45 Blumenkübel mit insgesamt 59 Setzlingen. Zudem stellten sie Klemmbeutel mit fertigem Marihuana, Düngemittel sowie leere Klemmbeutel für die zu erwartende Ernte sicher.
Der Beschuldigte – volljährig und strafrechtlich noch ein unbeschriebenes Blatt – hatte in seiner Abstellkammer eine sogenannte Indoor-Plantage betrieben. Für die Unterhaltung dieser Marihuana-Anpflanzung ist eine spezielle, viel Energie verbrauchende Beleuchtung erforderlich. Auch das eingesetzte Kunstlicht wurde beschlagnahmt. Vor einer Mitnahme aufs Revier blieb der „Hobbygärtner“ jedoch verschont.
Wie viel Ernten bereits erfolgt sind, müssen die weiteren polizeilichen Ermittlungen ergeben. Zum bestehenden Marktwert konnten keine Angaben gemacht werden. „Das Landeskriminalamt muss den Fund erst trocknen sowie Gewicht und THC-Gehalt feststellen“, erklärt der Neu Wulmstorfer Kriminalhauptkommissar Uwe Hesebeck. THC (Tetrahydrocannabinol) ist der Hauptwirkstoff der Hanfpflanze. Dieser „Cannabisgehalt“ hat Auswirkungen auf das Strafmaß und kann, je nach Pflanzensorte, sehr unterschiedlich ausfallen.
Zudem prüfen die Beamten, ob der Mann für den Eigenbedarf oder auch zum Verkauf Marihuana angebaut hat. Je nachdem wird anschließend ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren eingeleitet oder die Sache eingestellt werden. Schlimmstenfalls droht dem Hobbygärtner nach dem Betäubungsmittelgesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.
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