Gräber werden kahl gefressen

Noch mal schnell pieseln, bevor es zum „Büfett“ geht: Ein Reh auf dem Neugrabener Friedhof ist nur noch ein paar Meter vom nächsten Grab entfernt, wo es vermutlich gleich die Blumen abfressen wird. (Foto: wit)

Angehörige sind sauer – Friedhofsverwaltung macht nichts dagegen

Wittenburg/ Istel, Neugraben – Beate Hedden ist entsetzt: Viele Gräber auf dem Heidefriedhof sind verschandelt. „Immer wieder werden Gräber von Rehen aufgesucht, die dort die Pflanzen komplett abfressen. Wenn ich über den Friedhof gehe, dann begegnen mir oft acht Rehe. Früher war es eher im Winter der Fall, dass die Tiere die Grabbepflanzung abgefressen haben. Aber in diesem Jahr ist das Problem auch im Sommer extrem gewesen und mir besonders störend aufgefallen“, berichtet die Neugrabenerin empört.
Blumensträuße werden von Rehen aus den Vasen gerupft, Pflanzen wie Eisbegonien komplett abgefressen. „Manche Gräber sehen aus, als wenn Vandalen sie verwüstet hätten! Auch das Ausweichen auf andere Pflanzen ist schwierig. Sind bisher Wolfsmilchgewächse verschont worden, ist es damit nun auch vorbei“, beklagt sich Beate Hedden empört.
Alle Versuche der Angehörigen, etwas gegen diese „Grabplünderung“ zu unternehmen, sind bisher kläglich gescheitert. „Was die Rehe nicht vernichten, das erledigen die Kaninchen, Hasen und Schnecken mit schöner Regelmäßigkeit. Ich habe schon ein Mittel, das Tiere mit seinem starken Geruch vertreiben soll, ausprobiert. Hilft nichts, denn nach dem nächsten Regen ist die Abschreckung durch die Duftmittel verflogen. Ich habe es auch schon vergebens mit Reflektoren versucht. Hilft auch nichts. Es ist schier zum Verzweifeln!“ Es fehlt schlichtweg ein Zaun um das ganze Gelände.

Gegenmaßnahmen werden nicht gestartet

Beate Hedden hat auch schon den Friedhofsgärtner auf das Problem angesprochen. Doch der verwies lapidar darauf, dass der Friedhof am Naturschutzgebiet läge. Man solle sich an die dafür zuständigen Stellen wenden.
Das sind die Hamburger Friedhöfe, eine Anstalt des
öffentlichen Rechts, die sich landesweit um die Friedhöfe kümmert.
Sprecherin Hedda Scherres kennt das Problem: „Sicher ist es sehr bedauerlich, dass Tiere auch vor Pflanzen auf Friedhöfen nicht Halt machen.“ Und, machen die Verantwortlichen jetzt etwas? Nein! „Wir können betroffenen Bürgerinnen und Bürgern nur empfehlen, das
Gespräch mit den Friedhofsgärtnern zu suchen und sich über robuste Pflanzen beraten zu lassen, mit denen man dann die Grabstätten bepflanzt.“ Von einem Zaun rund um das Gebiet ist keine Rede.

Sagen Sie uns Ihre Meinung
Auf dem Neugrabener Heidefriedhof frisst das Wild die Pflanzen auf den Gräbern ab. Das ist nun mal so, damit muss man leben. Ist das Ihre Meinung? 
Oder sollte die Friedhofsverwaltung jetzt endlich einmal etwas dagegen tun? Schließlich pflegt man ein Grab zum Gedenken an einen geliebte Menschen. Es tut weh, wenn man an einem verschandelten Grab steht. Schreiben Sie uns Ihre Meinung: Elbe Wochenblatt, Stichwort „Friedhof“, Harburger Rathausstraße 40, 21073 Hamburg. Oder eine E-Mail mit dem Betreff „Friedhof“, an post@
wochenblatt-redaktion.de KI
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.