Gerettet! Kiezläufer machen weiter

Der 22-jährige Ole ist seit Anfang an bei den Kiezläufern dabei. In den frühen Abendstunden geht er zwei- bis dreimal die Woche durch Neugraben (kl. Foto). Er sucht Jugendlichen an ihren Treffpunkten auf, hört zu, berät, schlichtet Konflikte.

Neugraben: 17.500 Euro aus dem Quartiersfonds für das Projekt „Kiezläufer“ – Jugendliche sind glücklich

Neugraben – Mobbing? Sorgen mit den Eltern? Ideen für den Stadtteil? Einfach die Kiezläufer ansprechen. Die jungen Erwachsenen gehen zu den Treffpunkten der Jugendlichen in Neugraben, sind Ansprechpartner für Jugendliche oder schlichten Konflikte zwischen Anwohnern und Jugendlichen. Doch um ein Haar wäre ab März Schluss mit dem Projekt gewesen. Es gab kein Geld mehr.

Wie viele Kiezläufer sind im Einsatz?
Derzeit sind es acht Jugendliche, darunter eine Frau. Die jungen Erwachsenen im Alter zwischen 21 und 27 Jahren kennen sich super im Stadtteil aus und wissen, wie Jugendliche so „ticken“ und wo sie sich ab den frühen Abendstunden treffen. Jeder Kiezläufer ist zwei- bis dreimal pro Woche in Neugraben im Einsatz und per Handy erreichbar.

Wie erkennt man die Kiezläufer?
Sie tragen ein dunkelblaues T-Shirt oder eine Jacke mit dunkelblauer Rückseite. Darauf ist das hellblaue Kiezlogo zu sehen.

Warum wird man Kiezläufer?
Ahmet Baymaz (21): „Der Stadtteil ist groß. Eine Ansprechperson für Jugendliche hat hier echt gefehlt. Wir hatten so was nicht. Das wollen wir der Generation nach uns geben. Wir wollen für die Kinder und Jugendlichen ein Vorbild sein. Viele von ihnen haben falsche Vorbilder wie Gangsterrapper. In deren Liedern werden Gewalt und Drogen verherrlicht. Man denkt, so lässt sich schnell viel Geld verdienen. Stimmt aber nicht.“
Janna (21): „Wir wollen den Jugendlichen nichts aufzwingen, sondern ihnen helfen, wo wir nur können. Wir sind keine kleinen Hilfssheriffs.“ Das sieht der 22-jährige Ole genauso: „Die meisten der Jugendlichen kenne ich. Ich kann auf einer vernünftigen Basis mit ihnen sprechen.“ Er ist - wie Ahmet Baymaz – seit Anfang an beim Projekt dabei.

Wie viel Geld fehlte für das Projekt?
Um das Projekt ab Anfang März bis zum Jahresende weiterlaufen zu lassen, fehlten 17.500 Euro. Das Geld wurde kürzlich von der Bezirksversammlung bewilligt und kommt aus dem Quartiersfonds.

Was wird damit gemacht?
Vor allem: Die Fortbildungen für die Jugendlichen bezahlt. So hat jeder Kiezläufer eine Ausbildung im Bereich Konfliktschlichtung und Mediation. „Die Kiezläufer werden gecoacht und bekommen Supervision“, erklärt Projektleiterin Janina Eggers von In Via Hamburg. Darüberhinaus erhalten die Kiezläufer für ihr Ehrenamt eine monatliche Entschädigung von 120 Euro. Der Rest des Geldes fließt in Verwaltungsarbeiten.


Kontakt:
Kiezläufer Neugraben
sind in den frühen Abendstunden im Stadtteil unterwegs, auch am Wochenende
Tel. 0151/ 18 61 71 98
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