Gerda Higle feiert 100. Geburtstag

Gerda und Rudolf Higle an ihren Hochzeitstag im Jahre 1938. (Foto: pr)

Die Nienstedtenerin kam am 29. Januar 1916 in Rissen zur Welt

Nienstedten - Als sie am 29. Januar 1916 geboren wurde, tobte der Erste Weltkrieg. Auf 100 Jahre Leben kann übermorgen, am Freitag, 29. Januar, Gerda
Higle, geborene Berger, zurückblicken. Geistig und körperlich fit wird sie ihren Geburtstag im Kreis der Familie feiern.

Als jüngste Tochter von drei Kindern wird Gerda Berger 1916 in Rissen geboren. Ihre Mutter entstammte einer wohlhabenden Eppendorfer Familie, der ein Möbelgroßhandel gehörte. Die Familie ihres
Vaters besaß eine Großgärtnerei in Sachsen. Gerda erlebt eine privilegierte Kindheit. Aber die Unbeschwertheit währt nicht ewig.
Im Zuge der Weltwirtschaftskrise steigen in Deutschland 1932 die Arbeitslosenzahlen auf über sechs Millionen. Um die Eltern finanziell zu unterstützen, macht Gerda eine Ausbildung als Kinderschwester und nimmt eine Anstellung im Eimsbütteler
Säuglingsheim an.
Mit 20 lernt Gerda Berger bei Freunden ihren späteren Mann Rudolf Higle kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Seinen Eltern gehört eine Schiffsausstatterfirma und Polsterwerkstatt im Quellental. Zwei Jahre später heiraten sie.
Im Februar 1940 bringt Gerda Higle ihr erstes von vier Kindern zur Welt. Eine Tochter, die sie nach sich selbst benennt: Gerda. Doch das Glück findet jäh ein Ende: Der Zweite Weltkrieg hat begonnen und Rudolf Higle wird eingezogen.

Trotz vier Kinder war Gerda Higle voll berufstätig

Gerda Berger, inzwischen wieder hochschwanger und noch mit dem ersten Baby auf dem Arm, wird in das ost-
bayerische Kötzting zwangs-evakuiert. Dort herrscht bittere Armut. Im eiskalten, ungeheizten Krankenhaus des Ortes bringt sie mit Hilfe einer Nonne ihre zweite Tochter Margrit, genannt Kiki, zur Welt. Wegen der schlechten Versorgung im Krankenhaus wird Gerda jun. krank und stirbt dort fast.
Mutter Gerda beantragt die Rückkehr nach Hamburg ­ und kommt dort heil an.
Das Haus im Quellental steht noch. Nun muss sie hier ums Überleben kämpfen. Täglich wandert sie durch Ruinen in die Stadt, um Essensmarken zu holen. Im Jenischpark wird auf der Wiese vor dem Jenisch-Haus Blumenkohl angebaut.
Im Jahr 1944 – neun Monate nach einem Heimaturlaub Rudolfs – kommt Sohn Manfred zur Welt. Dann ist der Krieg endlich vorbei. Rudolf kehrt aus dem Krieg unversehrt zurück. Und 1946 wird die dritte Tochter Hannelore geboren.
Zusammen bauen Gerda und Rudolf die Firma des Schwiegervaters wieder auf. Rudolf fährt täglich auf die Werften und bietet seine
Dienste an. Bald laufen die
Geschäfte wieder. Gerda arbeitet voll im Betrieb mit. Nach Rudolfs Tod am im Jahr 1999 übernimmt Gerdas Sohn die Firma.
Gerdas Töchter heiraten, eine von ihnen einen reichen türkischen Teppichhändler von den Prinzeninseln. Gerda Higle macht viele Reisen in die Türkei und in die Schweiz. Auf die Frage nach der besten Zeit ihres Lebens antwortet sie: „die Jahre mit meinem Mann vor dem Krieg“.
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