Gemüse kaufen? Nicht nötig!

Otto Fetzer aus Neugraben ist einer von 28 Kleingärtnern, die seit Gründung des Vereins 1982 dabei sind. in seinem Garten baut der Rentner neben Tomaten viele verschiedene Sorten Gemüse an.

Neugrabener Kleingartenverein feierte 30-jähriges Bestehen – 28 Gärtner seit Anfang an dabei

Über sein Hochbeet gebeugt schiebt Manfred Pliske vorsichtig die fleischigen Blätter auseinander. Unter dem dichten Grün sprießen große Kohlrabi aus der Erde. „Letztes Jahr hatte ich einen, der 3,7 Kilo auf die Waage brachte“, erzählt der Kleingärtner stolz. Seit 30 Jahren baut er in seiner Parzelle im Kleingartenverein Neugrabener Moor Gemüse an. Pliske ist einer von 28 Kleingärtnern, die dabei sind, seit die 178 Parzellen auf dem Areal am Rande des Alten Landes 1982 errichtet wurden.
„Damals gab es hier nur eine Wiese. Wir haben alles selbst aufgebaut“, erzählt der 68-Jährige, der viele Jahre lang als Tischler und Dekorateur gearbeitet hat, und deutet auf seine Laube. Drei Jahre hat er gebraucht, um sie zu bauen. „Meine Frau und ich haben 60 Kubikmeter Sand, sechs Tonnen Gehwegplatten, und Holz für das Haus vom Parkplatz hergeschleppt. Das war harte Arbeit“, erinnert er sich.
Auch Otto Fetzer ist von Anfang an dabei. Der Rentner aus Neugraben kommt täglich in den Garten, der ihm gemeinsam mit seiner Frau gehört. Die Arbeit erledigt er aber selbst. „Meine Frau ist ‘ne Stadtpflanze. Die kann Unkraut von Blumen nicht unterscheiden“, sagt der 79-Jährige schmunzelnd. Doch in Fetzers gepflegten Beeten reihen sich nicht nur Zierpflanzen adrett aneinander. Tomaten, Gurken, Salat und allerlei anderes Gemüse gedeiht auf dem fruchtbaren Moorboden prächtig. „Ich muss kaum noch Gemüse kaufen“, freut er sich. Bis zu fünf Stunden Arbeit steckt der Kleingärtner täglich in sein Kleinod. Und was, wenn er verreist? Kein Problem, antwortet Fetzer: „Dann gießt mein Nachbar die Pflanzen.“
Dieses Gemeinschaftsgefühl zeichne den Kleingartenverein aus, meint Ulli Müller. Der Postangestellte engagiert sich ehrenamtlich als Schriftführer. „Wir versuchen neue Mitglieder zu integrieren“, betont er. Einfach sei das nicht, denn viele der türkischen, russischen und polnischen Familien, die in den letzten Jahren kamen, blieben lieber unter sich, erzählt Müller mit Bedauern. Um so mehr habe ihn das gut besuchte Jubiläumsfest gefreut. Und das nächste Fest lässt nicht lange auf sich warten: „Am 6. Oktober feiern wir das Ende der Saison mit einem Herbst- und Erntedankfest“, kündigt der Kleingärtner an.


Kleingartenverein Neugrabener Moor:
• Größe: sechs Hektar, hauptsächlich Moorflächen
• Lage: Francoper Straße, Areal grenzt an das Natur- und Vogelschutzgebiet Moorgürtel an
• 178 durchschnittlich 320 Quadratmeter große Parzellen
• Lehrpfad „Feuchtbiotop Neugrabener Moor“, mit seltenen Wasser- und Feuchtzonenpflanzen, Schattenpflanzen und Grabenrandgräsern
• 2010 beim 22. Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau 2010" mit Goldmedaille ausgezeichnet
www.neugrabener-moor.de
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