Gefährliche Stoffe in der Kiesgrube?

Die Besitzer von Mischlingshündin Lizzie sind beruhigt: Sie kann wieder ohne Gefahr in der Kiegrube toben. (Foto: mag)

Hundebesitzer haben Angst, ihre Tiere dort auszuführen – Grube wurde früher mit Hausmüll aufgefüllt

Andreas Göhring, Neugraben – „Wir bezahlen alle Hundesteuer“, sagt Riccarda Hähn. Sie werde aber das Gefühl nicht los, dass der Bezirk die Hundehalter überhaupt nicht auf der Rechnung habe. Seit Wochen macht sie sich Sorgen um die Gesundheit ihres Mischlingsrüden „Floh“. Kann sie ihn wirklich noch ohne Bedenken im Hundeauslaufgebiet Kiesbarg herumlaufen, schnüffeln und graben lassen? Seit sie weiß, dass die idyllische Kiesgrube am Rand des Naturschutzgebiets Fischbeker Heide eine ehemalige Mülldeponie ist, ist sie vorsichtig geworden.
Auslöser war eine Nachricht, die sich unter den Hundehaltern schnell herumgesprochen hatte: Der Hausbrucher Revierförster Gido Hollmichel habe es der Schäferin untersagt, ihre Tiere in der Kiesgrube weiden zu lassen. Ob er dabei auf eine mögliche Gefahr durch kontaminierten Boden hingewiesen hatte, daran konnte sich keiner mehr so richtig erinnern. Die Aufregung war trotzdem groß. Einige Hundehalter verbreiteten nur das Gerücht, andere handelten und wandten sich an die Umweltbehörde und ans Bezirksamt.
Reagiert hat inzwischen der Harburger Baudezernent Jörg Penner, der auch für Umweltfragen zuständig ist. Er bestätigt: „Ja, die ehemalige Kiesgrube wurde zwischen 1943 und 1974 mit Hausmüll verfüllt.“ Es habe auch den Verdacht gegeben, dass dort Industrieabfälle entsorgt worden sind.
Proben aus dem Grundwasser hätten das allerdings nicht bestätigt. Nach 1974 seien dann mehrere „Kultivierungsschichten“ aufgetragen worden, um direkte Kontakte mit dem Deponiegut zu verhindern.
Inzwischen wird die Grube intensiv genutzt, nicht nur für den Freilauf der Hunde. Unter anderem spielen dort auch Kinder aus einer benachbarten Kita.
Penner: „Deshalb prüfen wir jetzt, ob vor allem in Bereichen mit lückenhafter Vegetationsdecke vorsorglich eine Oberbodenbeprobung durchgeführt werden sollte.“
Und was ist mit den Schafen? „Die Schäferin hatte den Auftrag, den Heideaufwuchs im benachbarten Naturschutzgebiet durch Verbiss kurz zu halten.“
Sie habe aber mehrfach auch ihre Schafe in der Grube weiden lassen. Dies sei mit der Ausweisung als Hundeauslaufgebiet nicht zu vereinen. „Floh“ darf jetzt also wieder toben – vor allem mit seiner Freundin, der Mischlingshündin „Lizzie“.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.