Früher ein Paradies, heute nur Industrie

Johannes Tönnies, Rolf Ulatowski und Detlef Baade (v.l.) planen neben dem Gedenkstein eine Tafel mit Informationen über ihre ehemalige Heimat aufzustellen – dafür suchen sie zurzeit Sponsoren.

Arbeitskreis will ehemalige Waltershofer ein Mal im Jahr zusammenbringen

Wer sich auf Walterhof umschaut, mag kaum glauben, dass hier bis Mitte der 70er Jahre rund 4.000 Menschen lebten. Heute prägen Industriebauten und die Köhlbrandbrücke das Bild die Insel. „Da hatte mein Vater früher seinen Garten“, sagt Detlef Baade und zeigt auf das Container Terminal Eurogate. Er erinnert sich gerne an die einst grüne Insel, die vielen Obstbäume und den Bade-strand am Köhlbrand. „Das war ein Paradies hier für uns Kinder“, sagt der 58-Jährige und betont: „Es gibt noch viele Menschen, die Waltershof verbunden sind.“ Gemeinsam mit Johannes Tönnies und Rolf Ulatowski, die auch auf Waltershof aufgewachsen sind, will er diese Menschen ein Mal im Jahr zusammenbringen.
„Die Leute wollen wieder da zusammenkommen, wo ihre Wurzeln sind“, ist sich Rolf Ulatowski sicher. Das habe sich am 50. Jahrestag der Sturmflut von 1962 im vergangenen Jahr gezeigt. Rund 150 Waltershofer waren gekommen, um gemeinsam der 42 Menschen zu gedenken, die in der Nacht zum 17. Februar 1962 ihr Leben verloren, als Wassermassen aus der Elbe ihre Häuser überfluteten. Die ehemaligen Nachbarn von der Elbinsel trafen sich am Eingang des Seemannsclubs Duckdalben, um gemeinsam einen Gedenkstein für die Flutopfer einzuweihen. Der große Findling, auf den eine Bronzeplakette mit den Namen der Verunglückten montiert ist, steht dort auf Initiative des Arbeitskreises Flutdenkmal, bei dem sich Tönnies, Ulatowski und Baade engagieren.
Zukünftig will der Arbeitskreis alle Waltershofer immer am Jahrestag der Flut einladen. Das erste Treffen ist am Sonnabend, 16. Februar, ab 11 Uhr. Die Organisatoren hoffen, dass wieder viele Waltershofer den Weg zum Duckdalben, Zellmannstraße 16, finden werden.
Interessierte können sich an Johannes Tönnies unter Tel. 870 11 57 wenden. Als Postbote der Insel kannte er nahezu alle Bewohner. An das Chaos nach der Flut kann er sich noch genau erinnern. Damals hatten viele Waltershofer ihre Häuser verloren. „Es kamen viele Telegramme von außerhalb. Ich konnte sie zustellen, weil ich genau wusste, wo wer untergekommen war“, erzählt der 70-Jährige, der 1943 mit seiner Familie aus Altona auf die Insel kam. Seine Erinnerungen an Waltershof hat er aufgeschrieben und zum 50. Jahrestag der Flut drucken lassen. Wer Interesse an dem Buch hat, kann sich bei Tönnies melden.
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Detlef Baade aus Neugraben | 16.02.2013 | 19:26  
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