Freie Fahrt um Finkenwerder herum

Das rote Band schneiden durch: Jens Meier, HPA-Geschäftsführer, Wirtschaftssenator Frank Horch, Bürgermeister Olaf Scholz und Hans-Jochen Hinz (v.l.), Geschäftsführer Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer. (Foto: Annekatrin Buruck)

Olaf Scholz eröffnet Umgehungsstraße auf der ehemaligen Elbinsel

von Annekatrin Buruck, Finkenwerder
Es ist vollbracht. Nach fast 40 Jahren Planungen, Diskussionen, Klagen und Umplanungen wurde die Umgehungsstraße Finkenwerder – kurz Ufi - nun feierlich eröffnet. „Ein Tag großer Freude“, findet Markus Schreiber, ehemaliger Bezirksamtsleiter in Hamburg Mitte und Finkenwerder Bürger. „Ich danke allen, die diese Straße durchgesetzt haben“, betont Uwe Hansen, früherer Ortsamtsleiter der ehemaligen Elbinsel.
Auch Bürgermeister Olaf Scholz war zur feierlichen Eröffnung gekommen. „Ich freue mich mit allen, die viel zu lange unter Verkehrslärm, Erschütterungen und Emissionen gelitten haben“, sprach er den Feiernden aus der Seele. Er erinnerte auch an Max Lauschner, der schon 1973 eine Ortsumgehung gefordert hatte, ihre Einweihung aber nicht mehr erlebt hat.
Heribert Leutner, Geschäftsführer der Projekt-Realisierungsgesellschaft (ReGe), die die Straße für rund 57 Millionen Euro gebaut hat, dankte vor allem den Obstbauern im Alten Land, die rund 100 Hektar Anbaufläche für die Umgehungsstraße abgegeben haben. „Ohne diese Bereitschaft wäre die Ufi nie Wirklichkeit worden“, so Leutner.
In zwei Bussen konnten die Besucher die neue, 5,5 Kilometer lange Straße als erste „in Besitz“ nehmen. Langsam ging die Fahrt über sechs Brücken: Die beiden größten sind 80 und 100 Meter lang und queren die Alte Süder-elbe und den Hakengraben. Die übrigen vier sind Durchlässe für Tiere und überqueren Gräben, die für die Be- und Entwässerung der Obstbauplantagen nötig sind.
Fußgänger und Radfahrer können den so genannten Arbeits- und Schauweg nutzen, der südlich der Straße verläuft. Drei Abzweigungen führen von dort zu der Straße Vierzigstücken und zur Hohenwischer Straße.
Für viele Finkenwerder ist nicht nur ein Traum in Erfüllung gegangen, sondern eine Lebensaufgabe beendet. „Ich bin damals wegen der Umgehung in die Politik gegangen“, erzählt SPD-Chefin Jutta Vick, „meine Aufgabe ist erledigt.“



Ufi soll „An der Alten Süderelbe“ heißen
Ortsumgehung, Airbustrasse oder Ufi – seit Jahren wusste jeder, was damit gemeint war: Die neue Straße, die seit einer Woche den Durchgangsverkehr aus Finkenwerder fernhält. Jetzt soll sie einen richtigen Namen bekommen. „Die Straße wird ‚An der Alten Süderelbe’ heißen“, verrät Ralf-Dieter Fischer, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksversammlung Harburg. Noch ist es nicht offiziell, aber die mündliche Zusage vom zuständigen Staatsarchiv liege bereits vor. Damit sind mehrere andere Vorschläge wohl vom Tisch. Vor allem die Menschen im Süderelbe-Gebiet hatten sich Gedanken um einen passenden Namen gemacht. Er sollte sie wenigstens ein wenig mit der von ihnen ungeliebten Straße versöhnen. Schließlich verläuft sie zum großen Teil auf Harburger Gebiet; die Vorteile genießen jedoch überwiegend die Menschen auf Finkenwerder, Bezirk Hamburg-Mitte. „Altländer Straße oder Altländer Landstraße wäre daher ein guter Name“, findet Horst-Herbert Bassner, Sprecher des Arbeitskreises Dritte Meile Altes Land. Dem stimmt auch Manfred Hoffman von der Bürgervertretung Neuenfelde/Francop/Cranz zu. Vom Heimatverein Francop war der Vorschlag Blumensand gekommen – Blumensand ist der Name einer ehemaligen Flussinsel, auf der heute das Spülfeld liegt.
Eine Altländer Straße gibt es in Hamburg aber schon - in der Nähe des Hauptbahnhofs. Auch der Name Blumensand ist bereits an eine Straße in Wilhelmsburg vergeben. Altländer Landstraße oder Altländer Chaussee gibt es zwar nicht, aber die Verwechslungsgefahr sei zu groß, so Ralf-Dieter Fischer.
Mit dem Namen „An der Alten Süderelbe“ kann zumindest Manfred Hoffman leben. „Das ist ein Kompromiss.“
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