„Freibad Neugraben ist unverzichtbar“

Die Freibadsaison ist eröffnet: Bei strahlendem Sonnenschein haben Melinda (7), Leonie (7), Vanessa (9) und Finja (5, v.l.) endlich wieder Spaß im Wasser.
 
Der Startschuss für die Freibadsaison in Neuwiedenthal ist gefallen.

Neuwiedenthal: Saison eröffnet, Zukunft des Nachbarschaftsbads bleibt unsicher

Bewaffnet mit Wasserbällen und Schwimmbrillen warten die Kinder der Kita Neuwiedenthaler Straße am Beck-enrand. Die 20 Mädchen und Jungen wollen nur eines: Ins Wasser springen und damit die Saison im Freibad Neugraben eröffnen.
Während Bezirksamtsleiter Thomas Völsch die ersten Badegäste begrüßt, hat Ulrike von Holt Mühe, ihre Schützlinge an Land zu halten. „Die Kinder sind begeistert, wenn sie ins Freibad dürfen“, sagt die Erzieherin. Sie kämen regelmäßig zum Schwimmen aus der an das Bad direkt angrenzenden Kita herüber. „Mit dem Freibad kann man sie von PC und Fernseher weglocken“, freut sich von Holt und fügt ein bisschen stolz hinzu: „Unsere Kinder haben schon vor der Schule zumindest das Seepferdchen.“
Stephanie Barnau (31) ist mit ihren Töchtern Melinda (7) und Vanessa (9) zum Saisonstart ins Freibad gekommen. Während die beiden Mädchen mit ihren Freundinnen im Wasser plantschen, erinnert sich Barnau zurück. „Ich war auch als Kind hier schwimmen. Das Bad war schon immer schön“, sagt sie. Die alleinerziehende Mutter will ihre Töchter in dieser Saison zum ers-ten Mal alleine ins Freibad lassen. „Es ist ja gleich um die Ecke“, sagt die Neuwiedenthalerin. Sie ist sich sicher: „Das Bad ist wichtig für alle Kinder im Stadtteil!“
Das sieht auch Thomas Völsch so. „Das Freibad Neugraben ist unverzichtbar und muss erhalten werden“, sagt er. Dennoch steht die Finanzierung des beliebten Freizeittreffs seit vielen Jahren auf wackligen Beinen. Konkrete Ideen, wie man das ändern könnte, hat Völsch nicht. Zuletzt wurde das Bad befristet auf drei Jahre mit 80.000 Euro von der Behörde für Stadtentwicklung und mit 75.000 Euro vom Bezirk bezuschusst. Doch ab 2013 steht wieder in den Sternen, wie der Betrieb finanziert werden soll.
Wie schwierig es ist, das Geld aufzutreiben, weiß kaum jemand so gut wie Gudrun Perlbach. „Ich klopfe jedes Jahr an die selben Türen. Wir brauchen eine längerfristige Lösung“, fordert die ehemalige langjährige Vorsitzende des Fördervereins Unser Freibad Neugraben. Sie hat 24 Jahre lang für das Freibad gekämpft und lässt jetzt anderen den Vortritt. Einen Besuch von Olaf Scholz in Harburg vor Kurzem nutzte die Neuwiedenthalerin dennoch, sich für „ihr“ Freibad einzusetzen. Perlbach überreichte dem Bürgermeister einen Brief mit einer klaren Aufforderung: „Er soll das Freibad zur Chefsache erklären!“

Info: Freibad Neugraben

Bis 1988 wurde das Freibad Neugraben von der Bäderland GmbH betrieben. Nachdem Bäderland das defizitäre Bad aufgab, verhinderte zunächst ein privater Betreiberverein seine Schließung. Mitte der 90er Jahre übernahm „Passage gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit und Integration“ die Trägerschaft des Nachbarschaftsbads. Zurzeit kümmern sich fünf fest angestellte Kräfte um den Badebetrieb. Sie werden von 25 Ein-Euro-Jobbern im Büro und Kiosk, an der Kasse und bei der Aufsicht unterstützt.
Das Freibad ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Saisonende ist am 31. August. Der Eintritt kostet 1,20 Euro für Kinder und 2,50 Euro für Erwachsene. AS
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