Frau stirbt bei Hochhausbrand in Neugraben

Zerstörte Wohnungen: Die Mieter der zerstörten Wohnungen im siebten und neunten Stock sind umquartiert worden. (Foto: Andreas Tsilis)

Mieter im Süderelbering 3 bangen um ihre Sicherheit

von Andreas Tsilis, Neugraben
Bei einem Wohnungsbrand im Süderelbering 3 ist letzten Mittwoch eine 61-jährige Mieterin ums Leben gekommen. Das Feuer in einer Wohnung im achten Stock des Hochhauses konnte zwar schnell gelöscht werden, für die gehbehinderte Antonika V. kam dennoch jede Hilfe zu spät.
Die Brandursache lässt sich nicht mehr endgültig klären, da die Wohnung durch den Brand völlig zerstört wurde. Von außen kam das Feuer jedoch nicht. „Es war entweder ein technischer Defekt oder fahrlässige Brandstiftung“, erklärt Polizeisprecher Andreas Schöpflin. Eines steht fest: Im Hochhaus hat es bereits früher mehrfach gebrannt (das Wochenblatt berichtete). Der Tod von Antonika V. ist nun der traurige Höhepunkt, durch den die Diskussion zum Thema Sicherheit erneut aufkommt.
Dabei sind für Carola Sattler, zuständige Sachbearbeiterin beim Vermieter, der OHG Grundstücksgesellschaft Billstedt-Neugraben, die Dinge eindeutig: „Wir haben in den Treppenhäusern alles Erforderliche getan, um Brände auszuschließen, in den Wohnungen sind die Mieter verantwortlich.“ Ob Aufforderungen wie „nicht im Bett zu rauchen“ oder „defekte elektrische Geräte auszutauschen“ allein ausreichen, erscheint zumindest fragwürdig. Gerade unter den älteren, kranken und alleinstehenden Mietern herrscht Unsicherheit und Ratlosigkeit.
„Eine gewisse Ängstlichkeit im Hochhaus ist immer da, es kann immer was passieren“, bestätigt Rita Krause. Die 81-jährige, unmittelbare Nachbarin der Verstorbenen, konnte sich am Unglückstag nur mit Hilfe einer Nachbarin ins Erdgeschoß retten. Bis dahin sind es 178 Stufen. Und die können endlos werden. „Alleine hätte ich es nicht geschafft“, gesteht die Rentnerin.
Zwei Türen weiter, bei der Mieterin R., saugt schweres Gerät Löschwasser und Feuchtigkeit aus dem Boden. Durch den Brand und den Feuerwehreinsatz ist ihre Wohnung so renovierungsbedürftig, dass sie vorübergehend eine neue Unterkunft benötigt. Sie selbst erlitt ebenso einen Schock wie die schwerkranke O., die von ihrem zufällig anwesenden Sohn aus der Wohnung getragen werden musste.
Zwei Wohnungen sind unbewohnbar, die Mieter erhielten neue Wohnungen im Haus.
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