Frau im Supermarkt geohrfeigt

Eine Mutter fasste ein Brötchen mit den Fingern an –  Unbekannter pöbelte, beschimpfte sie als Schlampe und schlug zu

Neuwiedenthal - Fatima B. (Name der Redaktion bekannt) ist in Panik: Sie wurde am helllichten Tag im Supermarkt von einem Unbekannten geohrfeigt. Jetzt hat sie Angst, überhaupt noch auf die Straße zu gehen. „Ich trau mich nur noch in Begleitung meines Mannes raus“, sagt die zierliche 37-Jährige. Doch wie konnte es zu dem Angriff im Supermarkt kommen?

Was ist passiert?
Fatima B.: „Ich war mit meinen drei Kindern frühmorgens im Supermarkt, um Brötchen und Brezeln für die Kinder zu kaufen. Ich habe mir aus der Selbstbedienungstheke ein Käsebrötchen gegriffen, als ich von der Seite angepöbelt wurde. Ein Mann sagte: Man geht nicht mit den Fingern dran, man nimmt die Zange. Da habe ich gesagt: „Alles, was ich anfasse, kaufe ich auch. Doch der Mann gab keine Ruhe. Er pöbelte weiter: Du mit deinen angepinkelten Fingern. Ich habe dann gesagt: Lassen sie mich in Ruhe. Doch er hörte nicht auf. Er ging hinter meinem Rücken vorbei und sagte gut hörbar Schlampe. Ich habe mich zu ihm hingedreht und – platsch!, hatte ich eine sitzen. Er hat richtig ausgeholt. Dann hat er mich an den Armen gepackt und geschüttelt.“

Kam keiner zu Hilfe?
FB: „Ich habe mehrfach ,Polzei!´ geschrien. Als drei, vier Mitarbeiterinnen des Supermarktes kamen, hat er mich losgelassen. Die Mitarbeiterinnen gingen mit dem Mann etwas weg, standen dann um den Mann herum, um mich kümmerte sich keiner.“

Rief keiner die Polizei?
FB: „Ich hatte kein Handy dabei und bat eine Mitarbeiterin, die Polizei zu rufen. Das tat sie, doch es kam niemand. Eine Kundin gab mir ihr Handy, dann habe ich die 110 angerufen. Dort wurde mir gesagt, es wäre nur eine Streitigkeit gemeldet worden, keine Körperverletzung. Deshalb sei keiner gekommen.“ 

Kommt nicht immer sofort ein Polizist, wenn der Notruf gewählt wird? 
Jutta Warnck, Leiterin des Polzeikommissariats 47: „Wir gehen immer ran, hinterfragen dann, was los ist, und filtern, was ganz dringend ist. Dann handeln wir lagebedingt.“ Das heißt: Je dringlicher ein Anruf, desto schneller kommt ein Polizeiwagen.

Wie ging es im Supermarkt weiter?
FB: „Nach meinem Anruf kam die Polizei sofort, nahm alles auf. Ich erstattete Strafanzeige. Ich stand völlig unter Schock, weinte nur noch. Mit letzter Kraft fuhr ich mit meinem Mann, den mein ältester Sohn geholt hatte, ins Krankenhaus, um dort meinen Zustand dokumentieren zu lassen.“

Und jetzt?
FB: „Ich habe Panik, kann nachts nicht mehr schlafen. Ich fühle mich nicht mehr sicher. Jetzt habe ich eine Rechtsanwältin eingeschaltet. ich will, dass der Mann zur Verantwortung gezogen wird.“
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