Folter-Pornos mit Babys

Wolfram Erwin H. aus Sandbek hat gestanden, zwei Kleinkinder brutal zugerichtet und missbraucht zu haben. Foto: as
Hamburg: sandbek |

Wolfram H. (56) gesteht vor Gericht: Der Sandbeker hat Kinder von Bekannten missbraucht und sich dabei gefilmt

von Anna Sosnowski
Sandbek. An einem Tag Ende April brach für Svenja Franke die Welt zusammen. „Die Polizei stand bei mir vor der Tür, zeigte mir ein Foto und fragte, ob ich diesen Mann kenne“, erinnert sich die Hausfrau aus Harburg. Sofort erkannte sie Wolfram Erwin H. und antwortete: „Das ist seit elf Jahren mein bester Freund.“ Dann erfuhr die 38-Jährige die grausame Wahrheit über H.: Der 56-Jährige hat in seiner Wohnung 2009 und 2010 Frankes Sohn Justin (Name geändert) gequält und sich dabei gefilmt. Er trat auf den damals einjährigen Jungen ein, würgte ihn, hob ihn am Kopf, bis ihm die Zunge aus dem Mund hing, schüttete ihm Zitronensaft in den Mund und missbrauchte ihn.
Dieses perverse Video und zahlreiche Kinderpornos fanden Polizeibeamte im April in H.s Wohnung in Sandbek. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Jetzt muss sich der Vater zweier Söhne vor dem Landgericht dafür verantworten, was er Justin und einem weiteren kleinen Mädchen angetan hat.
Der korpulente Mann sitzt in sich zusammengesunken auf der Anklagebank, atmet schwer. Er blickt nach unten, immer wieder schlägt er die Hände vors Gesicht. Laut unbestätigten Berichten soll H. selbstmordgefährdet sein und Psychopharmaka bekommen.
Auch als Zeugin und Nebenklägerin Svenja Franke anfängt zu erzählen, schaut er nicht auf. Fast täglich habe sie H. gesehen, nachdem ihr Sohn im Juni 2008 auf die Welt kam. „Er war arbeitslos und hatte viel Zeit“, sagt Franke. Sie leidet an Parkinson, zittert stark und freute sich damals über jede Hilfe. „Ich hab ihm meinen Sohn anvertraut, wenn ich zum Einkaufen musste“, sagt sie. „Er hat ihn geliebt und nannte ihn Onkel.“ Nur ein einziges Mal hörte sie Justin weinen, als sie ihn abholen kam. „H. sagte, er sei hingefallen“, erinnert sich Franke. Rote Wangen hätte ihr Sohn gehabt, daran erinnert sie sich. Später fing Justin an, aggressiv zu werden und bekam auf einmal Angst vor seinem Großvater, der H. im Körperbau ähnelt. Warum, konnte sich Franke damals nicht erklären. Heute ist der Junge drei Jahre und zwei Monate alt, entwickle sich gut. Aber andere schlagen und beißen würde er immer noch, so seine Mutter.
Auf Anraten des Richters wird die sichtlich mitgenommene Frau nicht zur nächsten Verhandlung erscheinen, denn dann werden Bilder von H.s Misshandlungen gezeigt. Ob der Angeklagte voll schuldfähig ist und mit bis zu 15 Jahren Gefängnis rechnen muss oder in die Psychiatrie kommt, soll ein psychiatrisches Gutachten klären. Ein Geständnis hat er bereits – unter Ausschluss der Öffentlichkeit – abgelegt.
 auf anderen WebseitenSenden
2 Kommentare
237
Manfred Hagel aus Harburg | 30.06.2013 | 21:39  
10
Dieter Obele aus Wilhelmsburg | 02.03.2014 | 06:15  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.