Flüchtlingsunterkunft nach Moorburg?

Werden auf dem Parkplatz neben dem maroden Haus am Nehusweg Flüchtlinge untergebracht?. Foto: mag

Bürger haben mit Hilfe des digitalen Stadtmodells „finding places“
Standorte in Moorburg vorgeschlagen

andreas göhring, süderelbe

Neubauten sind in Moorburg nicht gestattet, Grundstücke dürfen überhaupt nicht mehr verändert werden. Das verbietet das Hafenentwicklungsgesetz. Deshalb wurde auch bei der Suche nach Flächen für die Unterbringung von Flüchtlingen ein großer Bogen um das alte Elbdorf gemacht. Das hat sich jetzt geändert: Der Senat hatte seine Bürger aufgefordert, mit Hilfe des digitalen Stadtmodells „finding places“ mögliche Standorte zu markieren.
Dabei sind die Bürger nun auch in Moorburg fündig geworden – zum Beispiel am Moorburger Kirchdeich, neben dem Schützenhof „Im alten Moorkathen“ oder neben dem leer stehenden Haus am
Nehusweg. Rein rechnerisch wäre es möglich, mehrere hundert Flüchtlinge auf diesen Flächen unterzubringen. Auf der Homepage von „finding places“ haben alle diese Flächen den Status: „nach Ersteinschätzung geeignet“.

Ergebnisse werden
Donnerstag vorgestellt

Was nun? „Nach Auffassung der für den Hafen zuständigen Behörden kommt auch eine Ausnahmegenehmigung nicht in Betracht, da sie dem Zwecke des Veränderungsverbotes zuwiderlaufen würde“, heißt es bei „finding places“. Es stelle sich außerdem die Frage der Gerechtigkeit, wenn es für eine Flüchtlingsunterkunft eine Ausnahmegenehmigung gebe, wenn gleichzeitig keine Ausnahmen für die Moorburger genehmigt würden.

„Raus aus der
Hafenerweiterung“

Als Erster hat jetzt Moorburg-Aktivist Rainer Böhrnsen reagiert: „Wir haben erleben müssen, dass es Grundeigentümern verwehrt wurde, auf ihrem eigenen Wohngrundstück ein zusätzliches Haus für ihre Kinder zu bauen.
Diese haben dann den Ort verlassen.“ Unter den momentan herrschenden Bedingungen im Ort mache der Bau von vorübergehenden Unterkünften keinen Sinn.
Böhrnsen: „Moorburg muss raus aus der Hafenerweiterung und braucht ein Entwicklungskonzept für den ganzen Ort. Und der Wohnraum, der dann entsteht, kann dann natürlich auch Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden Und zwar dauerhaft, damit die Bewohner auch für sich eine Perspektive haben.“ Vorübergehendes
Gewurschtel dürfe es nicht mehr geben.
Womöglich wird schon am Donnerstag, 15. September, 19.30 Uhr, bei der öffentlichen Ergebnispräsentation von „finding places“ in der HafenCity Universität, Überseeallee 16, eine Entscheidung verkündet.
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3 Kommentare
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Rainer Böhrnsen aus Moorburg | 15.09.2016 | 14:31  
236
Fran Kee aus Eimsbüttel | 16.09.2016 | 11:49  
51
Petra Weinstein aus Harburg | 26.09.2016 | 00:06  
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