Flüchtlingsheim oder Kindergarten

Hier, in der Villa am Ehestorfer Heuweg, waren beispielsweise schon das Ortsamt, das Kulturhaus Süderelbe und zuletzt der Bewegungskindergarten des TV Fischbek untergebracht. Derzeit steht das Gebäude leer und verrottet. Die Sozialbehörde will hier Flüchtlinge unterbringen, die Ortspolitiker den Bewegungskindergarten der benachbarten Rudolf-Steiner-Schule. (Foto: as)

Streit ums Kulturhaus - Sozialbehörde will minderjährige Flüchtlinge einquartieren – Ortspolitiker möchten hier einen Kindergarten haben

Hausbruch - Jetzt wird um die Nutzung des leer stehenden Kulturhauses Süderelbe am Ehestorfer Heuweg gerangelt: Die zuständige Fachbehörde für Arbeit, Soziales Familie und Integration (BASFI) will hier Flüchtlinge unterbringen. Hausbrucher Ortspolitiker machen sich dafür stark, dass die Rudolf-Steiner-Schule hier ihren Bewegungskindergarten einrichten kann.
Die Villa steht seit Jahren leer, gammelt vor sich hin. Die Rudolf-Steiner-Schule möchte auf dem städtischen Grundstück, das an den Schulgarten grenzt, ihren Bewegungskindergarten eröffnen. Der Bedarf sei da. Manfred Schulz, Vorsitzender des SPD-Distriktes Hausbruch: „Wir waren immer dafür, dass die Schule Gelände und Haus nutzen kann, sobald das Kulturhaus geschlossen wird.“
„Die Dinge entwickeln sich dramatisch. Soweit wir wissen, wird die Rudolf-Steiner-Schule von der Stadt hingehalten“, so CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer.
Denn die Stadt hat was anderes mit dem Haus vor: Die BASFI prüft, ob hier acht bis zehn minderjährige Flüchtlinge einquartiert werden können, die ganz allein, also nicht in Begleitung eines Erwachsenen, nach Deutschland kamen.
Hintergrund: Die Stadt braucht Platz für neu nach Deutschland einreisenden Flüchtlinge. Benötigt werden in Hamburg etwa 1.500 Erst-aufnahme-Plätze. 2,55 Prozent aller neu einreisenden Asylbewerber nimmt Hamburg auf.
Und was sagt das Bezirksamt Harburg dazu? „Wenn die Fachbehörde Standorte prüft, geben wir keinen Kommentar, so lange die Prüfung nicht abgeschlossen ist“, so Sprecherin Bettina Maak.
Klar ist: „Auch in Hausbruch müssen Flüchtlinge untergebracht werden“, so Schulz. „Für Flüchtlingsunterkünfte gibt es sicherlich glücklichere Lösungen“ als das Kulturhaus. Beispielsweise die leer stehende Ladenzeile an der B73, die frühere Hausbrucher Einkaufszeile.
Dort müssten allerdings die Wohnungen über den Läden noch saniert und mit Lärmschutz ausgestattet werden. „Auch das ehemalige Kulturhaus kann nicht ohne Sanierung bezugsfertig gemacht werden“, sagt Schulz.
Die CDU bring am Donnerstag den Antrag in die Bezirksversammlung ein, der Bezirk möge die Pläne der Steiner-Schule unterstützen.

Wo werden Flüchtlinge untergebracht?
Neu ankommende Flüchtlinge werden zunächst für drei Monate in einer Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung (ZEA) der Innenbehörde aufgenommen. Nach diesem Zeitraum müssen sie dort bis zur Entscheidung über ihr Bleiberecht und danach gegebenenfalls so lange untergebracht werden, bis sie eigenen Wohnraum gefunden haben.
Bis Anfang 2012 gab es in Hamburg 270 Plätze in der Zentralen Notaufnahme, seit Oktober 2013 sind es mehr als 1.000 Plätze: 200 in Nostorf/Horst (Mecklenburg), 250 im Haupthaus in der Sportallee 70, 116 in Containern auf dem Gelände Sportallee 70, 324 in Wohncontainer Schnackenburgallee 83 sowie 112 in Wohncontainern Schnackenburgallee 81. OZ
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