Fliegende Mähnen auf dem Wesenberg

Wer die korrekte Haarpracht trägt, konnte auf dem Metal Bash in der ersten Reihe gehörig headbangen. (Foto: Steffen Kozieraz)

Das Metal Bash Open Air lockte 2.000 Fans nach Neu Wulmstorf

von Steffen Kozieraz, Neu Wulmstorf
Während das beschauliche Neu Wulmstorf in der Sonnabendsonne vor sich hindöst, brandet Musik der härtesten Sorte über das Gelände des Schützenvereins am Wesenberg. Zum zehnten Mal vereint das Metal Bash Open Air dort etwa 2.000 Fans in bierlauniger Glückseeligkeit.
„Wir sind hackevoll“, freut sich Julian aus Pinneberg. Er und seine Freunde erleben ein abwechslungsreiches Programm aus nationalen Größen der Hartmetalszene: Heftigster Death Metal mit grunzendem Schreigesang trifft auf knüppelharten Speed-Rock mit Maschinengewehr-Schlagzeug und auf Heavy Metal alter Schule mit jaulenden Gitarrensoli und Falsettgesang. Schon Stunden bevor die Headlinergruppen Kneipenterroristen und Onkel Tom Angelripper losdreschen, fliegt ein Meer von Haarschöpfen zu krachenden Gitarrenriffs. Die Stimmung ist ausgelassen, aber gleichzeitig entspannt. Von Gedränge, wie auf großen Festivals üblich, fehlt jede Spur.
Metal Bash-Organisator und Chef des Plattenlabels Remedy Records Jörn Rüter schlendert über das Gelände, vorbei an gesetzten Familienvätern mit Rauschebärten und Jeanswesten voller bunter Aufnäher, wie auch an vielen, die ihre Kinder sein könnten. „Im Vergleich zum Vorjahr haben wir von der Besucherzahl her etwas draufgepackt,“ freut sich der Labelchef und Sänger der Band „Kneipenterroristen“. Weil er früher Schwierigkeiten hatte, die Bands seines Labels auf Festivals zu bekommen, gründete er einfach selbst eins – das Metal Bash. „Wir wollen gar nicht zu stark wachsen. Wir wollen fanfreundlich sein und die Preise fair halten.“
Diese Strategie kommt an – auch bei den Bands. So schätzt der Death-Metal Sänger der Osnabrücker Combo „Dawn Of Disease“ die familiäre Atmosphäre. Gleich will er sich noch vor die Bühne stellen und die anderen Bands anschauen. Dort brüllt der volltätowierte Sänger von „V8Wixxxer“ derbe Texte: „Fliegt die Faust in sein Gesicht, Deine Fresse passt mir nicht!“. Doch echte Fäuste werden hier nicht fliegen, versichert Martin aus Neumünster: „Das kommt aggressiv rüber, ist aber total entspannt,“ erklärt der 21-jährige Fan. Übrigens: Als Gewinner des Metal Bash Warm Up am Vortag im Jugendzentrum „Blue Star“ durften „Burst My Marrow“ aus Buxtehude das diesjährige Festival eröffnen.
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