Fischbeker Roman über den 2. Weltkrieg

Das "kleine Schwarze" von Avana Sophia.

Der Zweite Weltkrieg hat Millionen von Menschen das Leben gekostet und vieles lag im Anschluss in Schutt und Asche. Die Fischbeker Autorin Avana Sophia hat mit „Das unsichtbare Kind“ eine frei erfundene Geschichte in einem Roman verfasst, deren geschilderten Ereignisse zur Kriegszeit durchaus so passiert sind.

„Harburg im Jahr 1943. Der 2. Weltkrieg zerstörte alles, was ihm im Wege stand! Es gab nicht nur Verwundete oder Tote - Kinder wurden aus den Familien gerissen und weg geschafft. Auch die junge Hilde Bierbach musste zusehen, wie man ihren Sohn Paul wegnahm, wo sie doch zuvor erst ihren Ehemann Miroslav verlor. Erst 71 Jahre später schaffte sie es über die schlimme Zeit zu sprechen, als ihre Enkeltochter Sophie eines der Fotos fand, wo ihr Sohn zu sehen war. Die Familie macht sich auf die Suche nach Paul“.
Das ist der Klappentext, der auf der Rückseite des Buches zu lesen ist. Sophia hat für dieses Buch jede Menge Recherchen angestellt, um möglichst viel über die Ereignisse während des zweiten Weltkrieges zu erfahren. Sie hat online recherchiert und hat auch die KZ-Gedenkstätte in Neuengamme dafür besucht. Vieles konnte sie den Informationstafeln entnehmen und auch im offenen Archiv der Gedenkstätte gab es viel Material für sie. Zur Kriegszeit hatten auch die Straßen in Harburg andere Namen. Die Weusthoffstraße zum Beispiel hieß damals Bartelsstraße. Das hat sie sich nicht einfach nur ausgedacht, sondern beim Statistischen Landesamt Nord erfragt. Die Gestaltung des Covers ist auch komplett aus eigener Hand. Für dieses Buch hat sie sich das Denkmal des trauernden Kindes an der St. Trinitatis Kirche in der Bremer Straße genommen. Sie hat selber fotografiert und das Bild insoweit bearbeitet, dass es nun so aussieht, wie auf der Vorderseite des Buches abgebildet.
Sophia möchte mit ihrem Buch den Menschen vor Augen halten, was damals passiert ist, welche Auswirkungen es hatte, was totgeschwiegen wurde und dass all das ja nicht wieder passieren darf. Das Buch gibt dem Leser in gut geschriebenen Sprüngen zwischen den Zeiten einen Überblick über das, was damals passiert ist und welche Auswirkungen es auch heute noch auf die Betroffenen und deren Angehörige hat.
Für Sophia ist es nicht die erste Veröffentlichung. Mit „Verlorene Kindheit: Das Leben eines Borderliners und Scheidungskindes“ hat sie bereits eine Teilbiographie ihres eigenen Lebens veröffentlicht. In ihrem zweiten Buch „Hexenwelten“ geht es um eine Geschichte über ein junges Mädchen von heute, dass durch Magie in die Zeit der Hexenverbrennung zurückgeschickt wird. Mit „Das unsichtbare Kind“ vermischt sie nun Erfundenes mit der Realität und übertrifft sich dabei selber. Sie schildert die bittere Realität, die die Gefühle anpackt, setzt aber zwischendrin auch immer erfrischende witzige Aspekte.
Die 28jährige Autorin will die Veröffentlichung ihrer Werke von ihrem Privatleben trennen. Deswegen hat sie sich auch den Künstlernamen zugelegt. Auf die Frage, wie sie auf die Ideen für die Bücher gekommen ist, zuckt sie mit den Schultern und sagt: „Keine Ahnung. Die Ideen waren irgendwann einfach da und haben sich entwickelt“. Für soche Fälle hat sie immer ihr „kleines Schwarzes“ mit dabei. Hierbei handelt es sich um ein kleines Notizbuch, das sie gegebenenfalls von einem Moment auf den anderen einfach aus der Tasche holt und zu schreiben anfängt. Und dieses Buch umfasst nicht nur die drei bisherigen Veröffentlichungen. „Da sind noch acht bis zehn weitere Ideen drin“ gibt Sophia zu. Je nachdem, wie sie Zeit hat und sich vor ihrem inneren Auge ein Film abläuft, setzt sie sich an ihr Notebook und schreibt drauf los. Klar ist somit, dass von dieser Autorin in Zukunft noch weiteres zu erwarten ist.
(Das unsichtbare Kind, Verlag: Books on Demand, 240 Seiten, ISBN: 978-3743117426, erhältlich als Printausgabe und EBook)
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