Fischbek: Mit Loriot und Horst Janssen Kunst studiert

In ihrem Garten in Fischbek hat Sonja Roesnik viele Steinskulpturen aufgestellt. „Die Ruhende“ aus dem Gestein Diabas ist in Holland entstanden. Dort hat Roesnik mehrere Jahre mit ihrem Ehemann gelebt und die Steinbildhauerei erlernt.
Hamburg: Fischbek |

Vorgestellt: Bildhauerin Sonja Roesink aus Fischbek

Schon als junges Mädchen griff Sonja Roesink zu Pinsel und Farbe. Damals, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, half sie ihrer Mutter, Seidenkleider zu bemalen. „Die Seide kam aus einer Fabrik, die während des Krieges Fallschirme hergestellt hat“, erinnert sich Roesink. „Nach dem Krieg ließen sich Damen aus den Stoffen feine Kleider schneidern.“ Mit den von ihr in der elterlichen Firma in Celle kunstvoll bemalten Stoffen bewarb sich die damals 17-Jährige Anfang der 50er an der Landeskunstschule in Hamburg, heute Hochschule für bildende Künste, und wurde angenommen.
Roesink studierte Stoffmalerei, später sattelte sie auf Gebrauchsgrafik um und arbeitete nach dem Studium in der Werbung. An die Zeit in der Kunstschule kann sie sich noch gut erinnern. Besonders an zwei ihrer Mitstudenten, die später weltberühmt werden sollten: den Humoristen Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot, und den Zeichner und Grafiker Horst Janssen. „Janssen war nicht ganz dicht. Einmal ist er in eine große Glasvitrine gestiegen, die auf dem Gang stand, und unter ihm brachen die Regal zusammen“, erzählt Roesnik schmunzelnd. Damals schenkte Janssen ihr eine Zeichnung, die habe sie immer noch. Loriot hingegen sei ganz zurückhaltend gewesen und zum Lachen habe er sie nie gebracht. „Er war älter als wir anderem, um die 25. Er konnte mit uns nichts anfangen“, erinnert sich die Künstlerin.
Auch nachdem Roesnik eine Familie gründet hatte und schließlich wieder anfing zu arbeiten, als ihre fünf Kinder groß genug waren, blieb sie der Kunst treu. Heute widmet sie sich hauptsächlich der Bildhauerei. Viele ihrer Skulpturen aus Stein und Holz schmücken den Garten und die Räume ihres Reihenhauses in Fischbek, wo die kreative Dame gemeinsam mit ihrem Ehemann lebt.
In ihrem kleinen Atelier im ersten Stock des Hauses steht Roesinks Werkbank. Hier und im Kulturhaus Süderelbe, wo sie den Umgang mit Holz Anfang der 80er Jahre kennengelernt hat, arbeitet die Künstlerin. „Im Kulturhaus komme ich unter Leute und kann mich mit anderen austauschen“, freut sie sich.
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