Fischbek: Kein Leuchturmprojekt, dafür mehr bezahlbare Wohnungen

An den rot markierten Stellen soll das Baugebiet „Röttiger-Kaserne“ verdichtet werden. (Foto: Marion Göhring)
Hamburg: Röttiger Kaserne |

Harburgs SPD steht neuen Plänen für die Röttiger Kaserne positiv gegenüber

von Marion Göhring
Nun ist die Katze aus dem Sack: In dem Neubaugebiet auf dem Gelände der ehemaligen Röttiger-Kaserne in Fischbek sollen erheblich mehr Wohnungen untergebracht werden, als ursprünglich geplant. Das wird aller Voraussicht nach mit denkbar knapper Mehrheit entschieden werden, denn im Harburger Stadtplanungsausschuss konnten sich nur die SPD-Vertreter für einen Plan von Baudezernent Jörg Penner erwärmen.
Geplant waren einmal 450 Wohnungen in Einzel- und Reihenhäusern sowie in einigen mehrgeschossigen Wohnhäusern. Oberstes Ziel war es, am Rand des Bezirks Harburg attraktiven hochwertigen Wohnraum zu schaffen. Damit sollte verhindert werden, dass immer mehr besser verdienende Familien ins niedersächsische Umland ziehen, weil sie sich dort günstigere Konditionen und ein besseres Wohnumfeld erhofften.
Plötzlich ist das alles Schnee von gestern, jetzt gilt es offenbar nur noch, Stückzahl zu machen. Der Bezirk hatte sich verpflichtet, jährlich 700 neue Wohnungen zu schaffen. Irgendwo müssen sie ja gebaut werden. „Wir holen doch nur nach, was unsere Vorgängerregierungen versäumt haben“, sagt der SPD-Bezirksabgeordnete Heinz Beeken. „Die haben sich auf teure Leuchtturm-Projekte konzentriert, wir sorgen wieder für bezahlbaren Wohnungsbau.“ Helga Nikodem vom Immobilienmanagement der Finanzbehörde lieferte die Argumente dazu. Würden auf dem Gelände nur 450 Wohneinheiten gebaut, müssten für eine einzige Wohnung im Schnitt 30.000 Euro für die Erschließung mit Straßen und Versorgungsleitungen gezahlt werden. Das sei „relativ teuer“.
Deshalb wolle die Finanzbehörde wesentlich mehr Wohnungen auf dem Röttiger-Gelände unterbringen – bis zu 830! Dann könnten die Erschließungskosten bis auf 18.000 Euro pro Wohnung reduziert werden. Baudezernent Penner hatte diese Variante noch einmal überarbeitet, den Geländestreifen für Gewerbe entlang der B73 deutlich reduziert, auf einen Sportplatz verzichtet, um dadurch im südlichen Teil des Gebiets weniger dicht zu bauen.
Während GAL-Fraktionschef Ronald Preuß nur mit „Amüsement und Entsetzen“ auf alle Vorschläge reagieren konnte, lehnte CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer alle Varianten kategorisch ab.
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