Fast 200 Jahre altes Wochenblatt entdeckt

Margrit Bunk hat in einem alten Buch in ihrem Keller eine fast 200 Jahre alte Zeitung gefunden.

Elstorferin findet eine historische Zeitung in ihrem Keller

Vorsichtig hält Margrit Bunk ein vergilbtes Blatt Papier in den Händen. „Königlich privilegirtes Wochenblatt“ steht dort in großen altdeutschen Buchstaben. „Es ist fast 200 Jahre alt“, staunt die Elstorferin mit Blick aufs Datum: Sonntag, den 21. April 1816. Gefunden hat sie die alte Zeitung, deren Titelblatt ein kunstvoller Zierdruck, eine sogenannte Vignette, schmückt, in ihrem Keller. Dort schlummerte sie seit über 30 Jahren zwischen den Seiten eines Buches.
Als die 67-Jährige eine alte Bücherkiste durchstöbert, stößt sie auf das Blatt. Bunk: „Ich hab gedacht, was ist das denn für ein alter Lumpen?“ Doch schnell wird ihr klar, dass sie einen Schatz entdeckt hat. „So etwas fliegt nicht oft irgendwo rum“, ist sie sicher und hofft: „Vielleicht ist die Zeitung ja wertvoll.“
Bunk studiert die vier Seiten und versucht die verblichene Schrift zu entziffern. „Sicheres Mittel den Erdfloh von den Pflanzen zu vertilgen“, liest sie schmunzelnd vor und blättert vorsichtig um. Ganz hinten, neben der Rubrik „Miscellen“ (Vermischtes) steht der einzige Hinweis auf den Erscheinungsort des Blatts. „Hier gibt es Informationen zur Schifffahrt durch den Schleswig-Holstein-Kanal“, sagt sie und zeigt auf eine große Tabelle. „Schiffer C. Mohr, von Kiel nach Altona mit Gerste“, heißt es in einer der Zeilen.
Doch wo genau die alte Zeitung erschienen ist, lässt sich auf den vier Seiten nicht erkennen. Bibliothekar Ulrich Hagenah von der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek bringt Licht ins Dunkel: „Im Husumer Meyler Verlag ist ein ,Königlich privilegirtes Wochenblatt‘ erschienen“, erklärt er. Damals habe Husum zum Königreich Dänemark gehört. Das Anzeigenblatt sei laut einem Eintrag in der Zeitschriftendatenbank, in der alle Bibliotheken ihre Bestände erfassen, von 1814 bis 1844 gedruckt worden. „Solche Lokalblätter gab es in vielen Königreichen“, erklärt der Spezialist für alte Zeitungen weiter. Ursprünglich dienten sie lediglich dazu, Anzeigen zu veröffentlichen. Hagenah: „Als die Zensur abgeschafft wurde, entwickelten sie sich zu lokalen Zeitungen mit Informationen über Politik, aber auch landwirtschaftlichen Artikeln und nützlichen Hinweisen und Rezepten.“
Für Margrit Bunk hat der Bibliothekar dennoch eine Enttäuschung: Als einzelnes Blatt und nicht Teil einer Sammlung ist die alte Zeitung bei Antiquaren vermutlich nur ein paar Euro wert.
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