Fahrgäste stehen im Regen

Fahrgäste, die an der Ecke Nincoper Straße/ Domänenweg einsteigen wollen, stehen unweigerlich im Regen. (Foto: Marion Göhring)

In Neuenfelde fehlen seit Monaten Wartehäuschen

von Marion Göhring, Neuenfelde
Der Bezirk Harburg lässt die Neuenfelder im Regen stehen. Seit Monaten – zum Teil sogar schon seit mehr als einem Jahr – sind an mindestens drei Bushaltestellen die Wartehäuschen verschwunden, die die Fahrgäste vor Wind und Wetter schützen. Auf einen Ersatz warten die Neuenfelder vergeblich.
Der Neuenfelder SPD-Bezirksabgeordnete Günter Piehl musste sich immer wieder Beschwerden von Bürgern anhören und hat deshalb nachgefragt. Über die Antworten konnte er nur staunen. Piehl: „Die Firma JCDecaux hat mitgeteilt, dass sie seit einem Jahr vergeb-lich auf eine Genehmigung zum Aufstellen der Wartehäuschen wartet.“ Das Bezirksamt Harburg habe einfach nicht reagiert. Das weltweit führende Unternehmen in Sachen „Stadtmöblierung“ mit Deutschlandzentrale in Hamburg stellt die Wartehäuschen auf und wartet sie. So steht es im Vertrag mit der Stadt Hamburg. Dieser Service ist kostenlos, dafür darf das Unternehmen Werbeflächen anbringen und diese vermieten.
Das Bezirksamt widerspricht allerdings der Darstellung des Unternehmens. „Wir haben das geprüft. Uns liegen keinerlei Anträge der Firma JCDecaux vor“, sagt Harburgs Baudezernent Jörg Penner. Was nicht vorliege, könne auch nicht bearbeitet werden.
Beschwerden über fehlende oder marode Wartehäuschen in Neuenfelde gibt es schon seit Jahren. Vor Piehls politischer Initiative hatte schon die Bürgervertretung Neuenfelde versucht, Abhilfe zu schaffen – allerdings vergeblich. Die drei fehlenden Häuschen standen an der Hohenwischer Kreuzung, an der Ecke Nincoper Straße/Domänenweg und am Liedenkummer Bogen. Sie waren allerdings nicht von JCDecaux aufgestellt worden, sondern von privaten Spendern. Das Bezirksamt hatte sie dann übernommen und – als sie marode waren – abgebaut. Penner: „Wir haben kein Geld , um neue Häuschen aufzustellen. Außerdem ist der Bezirk für Hochbau gar nicht zuständig.“
Nun müsse JCDecaux seine Verpflichtungen nachkommen, sagt Günter Piehl. Das Argument, die Haltestellen hätten ein vergleichsweise geringes Aufkommen mit täglich maximal 50 Fahrgästen will er nicht gelten lassen: „Das sind vor allem Schulkinder und ältere Menschen. Will man die im Regen stehen lassen?“
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