Ex-Sicherungsverwahrter ist am Elbdeich eingezogen

Noch bevor die letzten Renovierungsarbeiten abgeschlossen waren, zog Jens B. in das ehemalige Bauernhaus am Moorburger Elbdeich ein. (Foto: Annekatrin Buruck)

Nur einer der drei Männer aus Jenfeld wohnt ab sofort in Moorburg – Auf Drängen der Dorfbewohner soll die Bushaltestelle gegenüber dem alten Bauernhaus verlegt werden

von Annekatrin Buruck, Moorburg
Jetzt ist es soweit: Zwei Tage vor dem geplanten Termin am 1. Dezember ist der ehemalige Sicherungsverwahrte Jens B. in das alte Bauernhaus an der Kreuzung Moorburger Elbdeich/Waltershofer Straße eingezogen. Das bestätigte Sven Billhardt, Sprecher der Hamburger Justizbehörde, auf Anfrage des Wochenblatts. Sein neues Zuhause wird Jens B. vorerst alleine bewohnen: Für die beiden anderen Männer, die ebenfalls von Jenfeld nach Moorburg ziehen sollten, wurden andere Bleiben gefunden.
Im Dorf sind die Sorgen der Bürger trotzdem groß. „Wir sind absolut dagegen, dass das hier eine Dauereinrichtung wird“, betont nicht nur Claudia Kulenkampff, Sprecherin des Runden Tisches. Sie fordert die Stadt Hamburg auf, ein anderes Konzept für ehemals Sicherungsverwahrte zu suchen. Dennoch gebe es auch eine Bereitschaft in Moorburg, sich mit der neuen Situation auseinanderzusetzen, so Kulenkampff: „Wir machen hier keine Hetzjagd.“
Einen kleinen Schritt zu mehr Sicherheit scheinen die Bürger jetzt erreicht zu haben. Die Haltestelle der Buslinie 157, die schräg gegenüber dem Haus liegt, soll auf die östliche Seite der Kreuzung verlegt werden. Das erklärte Friedrich Meyer, Betriebsleiter der KVG, die die Linie betreibt. „Wir prüfen jetzt, ob wir für die neue Haltestelle noch etwas umbauen müssen“, ergänzte Helma Krstanoski, Sprecherin der Verkehrsbehörde.
In einem anderen Punkt sieht es dagegen nicht so gut aus. Die Busse der vier Linien, die an der Kreuzung verkehren, sind schlecht aufeinander abgestimmt. „Wenn man zum Beispiel mit dem 157er Bus aus Harburg ankommt, ist der 250er nach Altona gerade weg“, ärgert sich Claudia Kulenkampff.
Daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern, wie Gisela Becker, Sprecherin des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) erklärt. „Pro Linie steigen an dieser Kreuzung weniger als zehn Fahrgäste am Tag um“, sagt sie. Der HVV stimme aber die Abfahrtzeiten von Bussen vor allem an den Haltestellen aufeinander ab, wo deutlich mehr Menschen umsteigen, wie zum Beispiel an der S-Bahn Neuwiedenthal.
Claudia Kulenkampff kann das nicht verstehen. „Hier steigen schon rund 20 Schulkinder jeden Tag um“, meint sie, „und dann kommen noch die Berufstätigen dazu.“
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1 Kommentar
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Rudolf Lessing aus Wilhelmsburg | 06.12.2012 | 11:33  
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