Ex-Freund soll 30.000 Euro zurückzahlen

Vergeblich wartete Regina Wormuth im Hamburger Landgericht auf eine Konfrontation mit ihrem ehemaligen Lebensgefährten. Er habe einen Bandscheibenvorfall, erklärte sein Anwalt dem Gericht. Foto: as

Neugraben: Heimlich Konto abgeräumt – Vergleich vor dem Landgericht

Der Weg zum Landgericht in der Innenstadt sei eine Herausforderung für sie gewesen, erzählt Regina Wormuth. „Ich hab mich in den letzten Monaten zurückgezogen. Für länger als eine halbe Stunde zum Einkaufen bin ich nicht raus“, sagt die Neugrabenerin. Zur Unterstützung nahm sie eine Freundin mit ins Gericht. Dort musste sich jetzt Wormuths ehemaliger Lebensgefährte, Björn Z., dafür verantworten, die 48-Jährige um 37.000 Euro erleichtert zu haben. Ein Schuldanerkenntnis hat der 42-Jährige bereits am 17. März unterschrieben. Das Geld zurückgegeben hat er noch nicht.
„Mittlerweile sind es schon knapp 50.000 Euro“, berichtet Wormuth. Erst vor kurzem habe sie alte Kontoauszüge ab Januar 2009 von ihrer Bank bekommen, die neue Posten enthielten. Über Jahre habe Z. von ihrem Konto seine Rechnungen bezahlt oder Geld an seine Mutter Christel Oe. überwiesen. Auch sie wird sich vor dem Landgericht verantworten müssen. Björn Z. erscheint nicht persönlich vor Gericht. „Mein Mandant hat einen Bandscheibenvorfall. Ein Attest wird nachgereicht“, erklärt sein Anwalt knapp.
Während um sie herum Unterlagen hin- und hergereicht werden, sitzt Regina Wormuth kerzengerade auf ihrem Stuhl und klammert sich an ihre Handtasche. Dann bricht die zierliche Frau in Tränen aus. „Ich hab mit dem Mann fünf Jahre zusammengelebt. Wieso ist er jetzt nicht hier und klärt die Sache mit mir?“, fragt sie schluchzend. Als auch ihre Freundin auf der Zuschauerbank nicht mehr an sich halten kann und von „Frechheit“ spricht, brüllt der Anwalt des Angeklagten sie an: „Sie haben hier gar nichts zu sagen!“
So erhitzt die Gemüter, so sachlich die Einigung. Die beiden Parteien schließen einen Vergleich: Björn Z. muss bis zum 31. Oktober 30.000 Euro zahlen. Tut er das nicht, werden 50.000 Euro plus Zinsen fällig. Das sei eine „Motivation“ für den Angeklagten – der laut seinem Anwalt von Hartz IV lebt – den Betrag aufzutreiben, so das Gericht. „Vielleicht klappts ja. Dann würden sie zügig an ihr Geld kommen“, sagt der Richter zu Wormuth. „Das wäre ein schnelles, wenn auch schmerzhaftes Ende.“
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