Este-Anwohner fürchten nasse Keller

Die Este in Cranz bietet ein idyllisches Bild. Bei Starkregen kann aber durchaus der eine oder andere Keller der Häuser am Estedeich volllaufen. (Foto: Annekatrin Buruck)

Neues Konzept für Sperrwerköffnung soll Cranzer bei drohendem Hochwasser schützen

von Annekatrin Buruck, Cranz/Neuenfelde
Die Anwohner der Este in Cranz und Neuenfelde können im schlimmsten Fall von zwei Seiten nasse Füße bekommen. „Bei Sturmflut drückt das Wasser von der Elbe her, und bei Starkregen kommt es vom Oberlauf der Este“, macht Gudrun Schittek vom Arbeitskreis Cranz deutlich. Die Sturmflutgefahr ist zwar gebannt, seit das Estesperrwerk wieder funktioniert, aber andere Sorgen bleiben. „Werden regelmäßig Sand und Schlick im Mühlenberger Loch und in der Binnen-Este ausgebaggert?“, fragt Schittek die Verantwortlichen.
Davon gibt es mehrere. Für die Außen-Este – vom Sperrwerk bis einschließlich Mühlenberger Loch – ist das Wasser- und Schifffahrtsamt des Bundes zuständig, erklärt Alexander Schwertner, Sprecher der Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA). Nach einer Vereinbarung aus den 80er Jahren darf die Sietas-Werft diesen Bereich selbst ausbaggern, um die Fahrrinne für ihre Schiffe freizuhalten. Da in den letzten Jahren immer weniger große Schiffe die Werft verlassen haben, wurde auch weniger gebaggert.
Ab November soll nun HPA der Verschlickung zu Leibe rü-cken. „In den Sommermonaten dürfen wir das nicht“, so Schwertner, „weil das Baggern den ohnehin schon niedrigen Sauerstoffgehalt im Sommer weiter verringert.“
Um die Binnen-Este einschließlich des Alten Estesperrwerks kümmert sich das Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg. Amtsleiter Detlef Wittmüß sieht die Gefahr durch Hochwasser nach Starkregen durchaus, macht aber nicht die Versandung dafür verantwortlich. „Bei Buxtehude gibt es einen Bereich in der Este, in dem sich der Sand ablagert“, erläutert er. Der wird alle paar Jahre ausgebaggert.
Viel wichtiger sei ein intelligentes Zeitmanagement beim Öffnen und Schließen der Sperrwerkstore – möglichst vor Einströmen der Flut, aber nach Abfließen von großen Mengen Regenwasser. Ein solches Konzept wird momentan in Zusammenhang mit der Universität Harburg entwickelt.
Die Cranzer Bürger fürchten, dass ihnen die Zeit davon läuft. „Da muss schnell was passieren“, fordert nicht nur Gudrun Schittek.
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