Essen kam im Boot

Marga Krohn und ihr Mann Theodor haben die Sturmflut am Brack erlebt. Obwohl alles drunter und drüber ging, hatten sie sogar einige Fotos gemacht. (Foto: Annekatrin Buruck)

Marga Krohn kochte für ihre Nachbarn

von Annekatrin Buruck, Finkenwerder
Als die große Flut kam, hatten Marga Krohn und ihr Mann Theodor Glück im Unglück. Zwar wohnten sie am Brack, einer der tiefsten Stellen auf Finkenwerder, aber ihre Wohnung lag unter dem Dach. „Bei uns blieb alles trocken“, erinnert sich Marga Krohn, „aber die Wohnung unter uns stand komplett unter Wasser.“ Selbstverständlich für die Krohns, dass sie die Nachbarin bei sich aufnahmen.
Das Haus konnten sie aber nur per Boot verlassen. „Mein Mann ist mit einem Gummiboot zum Auricher Damm gerudert, um bei Freunden Lebensmittel und eine Gasflasche zu holen“, erinnert sich Marga Krohn. Ein Foto davon hat sie bis heute.
Auf einem Gaskocher hat sie dann die Lebensmittel für sich und ihre Familie zubereitet. „Anschließend habe ich einen Topf mit Essen an eine Schnur gebunden und aus dem Fenster zu meinem Mann ins Boot heruntergelassen“, erzählt die 83-jährige. Theodor Krohn ruderte auf die gegenüber liegende Straßenseite und reichte das Essen den Nachbarn herüber.
Als das Wasser wieder abgeflossen war, hatte das Ehepaar Krohn, das im Januar seine Eiserne Hochzeit gefeiert hat, nur den Verlust seines Autos zu beklagen. „Unser Goliath war nicht mehr zu gebrauchen“, bedauert Theodor Krohn. Und das war noch nicht alles: „Wir mussten ihn in ein Meter große Stücke zersägen, damit der Schrotthändler aus Altenwerder ihn überhaupt abholen kam.“
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