Er rettet Nachlässe vor der Mülltonne

Christian Requard erklärt Helga Staschen, wie er vorgeht, um möglichst viele Dinge aus ihrer Wohnung vor dem Wegwerfen zu retten. (Foto: Annekatrin Buruck)

Christian Requard sammelt Bücher, Hausrat und Möbel aus Haushaltsauflösungen und gibt sie an Sozialkaufhäuser weiter

von A. Buruck, Finkenwerder
Für den Fernseher hat sich schon ein neuer Besitzer gefunden, ebenso für die Musikanlage, die Waschmaschine und den Kühlschrank. Aber was wird mit dem Wohnzimmerschrank oder den Polstermöbeln? Helga Staschen aus Finkenwerder ist ein wenig ratlos. Vor kurzem ist ihr Mann gestorben; die Witwe zieht in ein kleineres Appartement um. Wohin aber mit all den Sachen aus der Wohnung, in der sie mit ihrem Mann 22 Jahre lang gelebt hat?
„Nach unserer Hochzeit sind wir hier eingezogen“, erzählt die 74-jährige. „Das Sofa haben wir uns noch vor drei Jahren gekauft.“ Jetzt muss die Wohnung bis Ende des Monats besenrein übergeben werden.
Dabei will ihr Christian Requard helfen. Für die Organisation „Bücher für den Michel“ kümmert er sich bei Haushalts-auflösungen darum, dass möglichst viele Dinge noch sinnvoll weiterverwendet werden. „Es ist einfach traurig zu sehen, wie innerhalb weniger Stunden ein ganzes Leben im Müllcontainer verschwindet“, erklärt er seine Motivation.
Aus seinem Kontakt zu Michel-Hauptpastor Alexander Röder entstand im vergangenen Jahr die Idee zur Organisation „Bücher für den Michel“. Christian Requard und einige ehrenamtliche Helfer sammeln Bücher bei Haushaltsauflösungen ein und verkaufen so viele wie möglich. „Von dem Erlös decken wir zuerst unsere Unkosten und spenden den Rest für den Michel“, erklärt er. Die nicht verkauften Bücher gehen an kostenlose Leseecken in Schulen oder Seniorenheimen. „Ich habe auch die Bücherecke in der Finkenwerder Elternschule ausgestattet“, erzählt Requard.
Häufig wurden er und seine Kollegen dabei angesprochen, ob sie auch Kleidung, Möbel oder Haushaltsgegenstände übernehmen. Daraus entwi-ckelte sich ein Netzwerk, bei dem viele Sachen noch in gute Hände gegeben werden können. „Gebrauchte Kleidung geht zum Beispiel an den Diakonie-Laden des Michels ‚Jack un Büx’, Hausrat und Möbel zum Teil an das Sozialkaufhaus ,fairkauf’ in Harburg“. Damit verringert sich der Teil, der kostenpflichtig entsorgt werden muss. „Wichtig ist für uns, dass wir rechtzeitig dazu gerufen werden“, erklärt Christian Requard. Kontakt: S 60 08 92 86 oder info@michel-buecher.de
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