Endlich rehfrei!

1:0 für Bambi: Läuferisch hoch überlegen, kann das sprintstarke Tier den Treibern mehrfach entkommen.

Friedhof Neu Wulmstorf: Bürger und Feuerwehr haben die Tiere
vertrieben– hoher Zaun schützt künftig vor Grabschmuck-Fressern

von Steffen Kozieraz

Endlich rehfrei: Gut 30 Feuerwehrleute und 60 Bürger waren nötig, um in einer gezielten Vertreibungungsaktion zwei Rehe vom Neu Wulmstorfer Friedhof zu verjagen. Und zwar für immer, so zumindest hoffen viele, die hier die Gräber ihrer Angehörigen pflegen. „Ständig waren die Blumen und Kränze abgefressen,“ berichtet Andreas Störmer, dessen Vater und Bruder hier begraben wurden.
„Die letzten zwei Jahre mochte ich gar nichts mehr anpflanzen,“ klagt eine weitere Betroffene. Manfred Koch von der Gemeinde Neu Wulmstorf, der schon seit Jahren versucht, das Wild vom Grabschmuck fernzuhalten, erklärt das Problem: „Für Rehe ist unser Friedhof ein Feinschmecker-Paradies. Die fressen mit Vorliebe Grabschmuck, von der Eisbegonie bis zum Stiefmütterchen.“ Man habe es bereits mit biologischen Vergrämungsmitteln versucht – leider ohne Erfolg.
Nun zog man vor zwei Wochen als finale Lösung einen Wildschutzzaun um das gesamte Friedhofsareal. Der ist 1,80 Meter hoch, kostete 20.000 Euro und war von vielen Bürgern schon lange gefordert worden. Laut Manfred Karthoff (FDP) seien die Haushaltsmittel dafür erst auf steigenden Druck im Nachhinein schnell noch bewilligt worden. Fakt ist: Kein Reh überwindet diesen Zaun. Auch nicht die Exemplare, die man beim Bau der Barriere in ihrem „Feinschmecker-Lokal“ einschloss, womit diese Vertreibungsaktion notwendig wurde.
Obwohl viele Bürger dem Aufruf zur „Jagd“ auf die blumenfressenden Bambis gefolgt waren, wären die Rehe beinahe als Sieger auf dem Platz geblieben. Denn auf dem teils unwegsamen Gelände eine Kette zu bilden, die Tiere systematisch vor sich her zu treiben und schließlich durch das offene Nordtor zu scheuchen, funktionierte nicht. Die Rehe wollten nicht ins Tor. Läuferisch den Neu Wulmstorfern hoch überlegen, nutzen sie die Lücken in deren Abwehrreihe und preschten zurück Richtung Süden. Erst als man die Taktik änderte und auf das südliche Tor „spielte“, gelang der Sieg über die Rehe nach knapp 90 Minuten. „Wir sind jetzt rehfrei,“ verkündet Gemeindesprecher Michael Krüger erleichtert.
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