Endlich Licht!

Die Haltestelle des 157er Busses Richtung Hohenwisch liegt unmittelbar gegenüber dem Haus, in das im Dezember ein ehemals Sicherungsverwahrter eingezogen ist. Sie soll jetzt auf die andere Seite der Kreuzung verlegt werden. (Foto: Annekatrin Buruck)

Zwei Bushäuschen an Kreuzung Moorburger Elbdeich/Waltershofer Spraße mit Lampen ausgestattet, zwei weitere sollen folgen

von Annekatrin Buruck, Moorburg
Im Kampf um mehr Sicherheit haben die Moorburger Bürger zwei Erfolge errungen: Seit Kurzem sind zwei der vier Bushäuschen an der Kreuzung Moorburger Elbdeich/Waltershofer Straße beleuchtet. Die beiden anderen Haltestellen sollen ebenfalls in Kürze mit Lampen ausgestattet werden. Darüber hinaus wird das Bushäuschen, das schräg gegenüber dem Hausam Moorburger Elbdeich 329 liegt, auf die östliche Seite der Kreuzung verlegt. „Der Umbau ist für Anfang Juni geplant“, bestätigte Helma Krstanoski, Sprecherin der Hamburger Verkehrsbehörde.
Zum Hintergrund: Trotz großer Proteste der Bevölkerung zog im Dezember 2012 Jens B., ein ehemals Sicherungsverwahrter, in das umgebaute ehemalige Bauernhaus am Moorburger Elbdeich ein. Seitdem fordern viele Moorburger von der Stadt, an der Kreuzung, an der das Haus steht, Vorkehrungen zu treffen, um für ihre Sicherheit zu sorgen.
Vier Buslinien fahren an der Kreuzung entlang; an vier Bushaltestellen steigen Fahrgäste ein und aus. Vor allem Frauen und Mädchen fühlen sich unwohl, wenn sie im Dunkeln auf ihren Anschluss-Bus warten müssen. „Jetzt geht automatisch bei Einbruch der Dunkelheit das Licht an, brennt die ganze Nacht und erlischt erst wieder, wenn es hell wird“, freut sich Heike Herder vom Gesprächskreis Moorburg.
Mit einer anderen Forderung hatten die Bürger jedoch keinen Erfolg. Sie wollten, dass in den Abend- und Nachtstunden ein Polizist mit an der Bushaltestelle steht. „Das wurde abgelehnt, weil ja sowieso Polizeibeamte mit im Haus sind“, erklärte Herder.
Zwar ist es zur Zeit relativ ruhig um Jens B., aber die Moorburger halten das Konzept der Stadt, ehemalige Straftäter in ihrem Ort unterzubringen, nach wie vor für falsch. „Wir werden unseren stillen Protest fortführen“, kündigt Herder an. Wer durch den Ort fährt, weiß, was sie meint: Überall hängen schwarz-weiße Moorburg-Schilder. Demnächst sind auch Flaggen geplant.
Ob in nächster Zeit weitere Bewohner in das Haus Nr. 329 einziehen, ist indes noch unklar. Sven Billhardt, Sprecher der Justizbehörde, antwortet diplomatisch: „Über die Entlassung entscheiden unabhängige Gerichte. Es ist derzeit nicht absehbar, dass ein weiterer ehemals Sicherungsverwahrter nach Moorburg zieht.“
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