Endgültiges Aus für Schlecker

Für die schon vor Jahren in Schieflage geratenen Drogeriekette ist es nun endgültig aus. Wie alle deutschen Filialen – mit Ausnahme von Schlecker-XXL und Ihr Platz – wird auch diese Filiale im Neuwiedenthaler Einkaufszentrum Galleria schließen. (Foto: Steffen Kozieraz)

Auch die Neuwiedenthaler Filiale schließt – Kunden sind betroffen

von Steffen Kozieraz, Neuwiedenthal
Trauer und Enttäuschung in den Gesichtern der drei anwesenden Schlecker-Frauen in der Neuwiedenthaler Filiale am vergangenen Freitag. Es ist ihnen anzusehen, dass sie – wie wohl alle 13.200 Angestellten – bis zuletzt auf eine Rettung ihres insolventen Arbeitgebers gehofft hatten. Doch nun fiel der finale Urteilshammer: Die Gläubiger haben die Angebote der Investoren endgültig abgelehnt. Schlecker wird zerschlagen.
Der Sprecher der einst größten Drogeriekette Europas, Patrick Hacker, erklärt, was nun unvermeidbar folgt: „Voraussichtlich im Juni wird allen Mitarbeitern gekündigt, zumindest in Deutschland.“ Zeitnah werde man mit dem Ausverkauf der Ware beginnen und danach alle Filialen schließen, so Hacker.
Obwohl das Aus für Schlecker abzusehen war, reagieren viele Kunden an diesem Freitag überrascht auf die Nachricht, wie eine ältere Neuwiedenthalerin, die hier regelmäßig einkauft: „Was?! Das wäre ja sehr schade, wenn dieser Laden hier zumachte! Aber da kommt doch dann was anderes rein, Rossmann oder Budni?“ Diese Frage kann ihr im Moment wohl niemand beantworten. Auch der Rentnerin Renate Multani dämmert es: „So ein Pech! Das ist doch der einzige Drogeriemarkt in Neuwiedenthal.“
Die Studentin Navina Walia kauft zwar nur ab und zu hier ein, weil ihr Schlecker zu teuer ist, doch fühlt sie mit den Betroffenen. „Viele der alten Leute hier sind auf diesen Laden angewiesen,“ weiß die junge Frau, denn der nächste Drogeriemarkt befindet sich erst in Neugraben. Zum bevorstehenden Ausverkauf zu Schnäppchenpreisen hat sie eine klare Meinung: „Ich werde hier nicht rumgeiern und auf Angebote warten. So was finde ich asozial, vor allem den Verkäufern gegenüber.“
Stefan Schachler aus Hausbruch bedauert den Konkurs, urteilt aber sachlich: „Das muss nun der Markt regulieren. Und nicht irgendwelche Steuern oder Subventionen.“ Während viele Gelegenheitskunden dieser Filiale zugeben, lieber bei Budnikowski einzukaufen, findet Stammkundin Iliana Martinez viele Angebote hier recht günstig und fügt hinzu: „Die Verkäuferinnen in diesem Geschäft sind immer sehr nett. Heute allerdings wirkten sie etwas traurig.“
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