Eltern kämpfen für neue Sporthalle

Fußballspielen verboten: Im alten Gemeindesaal der Heilig Kreuz Kirche ist nur eingeschränkter Sportunterricht möglich – zwischenzeitlich hatte die Unfallkasse die Nutzung sogar für mehrere Monate verboten.

Katholische Schule Neugraben: Sportunterricht immer wieder in Klassenräumen

Eltern schlagen Alarm: Fachgerechter Sportunterricht sei an der Katholischen Schule Neugraben (KSN) nur noch schwer möglich. Zum Hintergrund: Weil die Grund- und Stadtteilschule keine eigene Sporthalle hat, müssen ihre 750 Schüler in anderen Hallen turnen. Sind diese nicht benutzbar, was regelmäßig vorkommt, wird der Sportunterricht ins Klassenzimmer verlegt. Ein unzumutbarer Zustand, findet Thomas Hartwig. Er ist seit September 2012 im Elternrat für Sport zuständig und kämpft für den Bau einer Zweifeldhalle auf dem Gelände der Schule. „Ich dachte, ich müsste ein paar Medizinbälle besorgen, jetzt fehlt eine ganze Halle“, sagt der Hausbrucher, dessen Tochter die zweite Klasse der Schule besucht.
Zurzeit turnen die Vorschüler, Erst- und Zweitklässler im Gemeindesaal der Heilig Kreuz Kirche, während die übrigen Schüler zu der knapp zwei Kilometer entfernten Uwe-Seeler-Halle auf dem Gebiet der ehemaligen Röttiger-Kaserne pendeln. Das Problem: Der Gemeindesaal kann nur unter hohen Auflagen der Unfallkasse genutzt werden. Fußballspielen ist hier gar nicht, Gymnastikunterricht nur eingeschränkt möglich. In der Uwe-Seeler-Halle fällt der Unterricht immer wieder aus, zuletzt weil die Halle nicht auf die nötigen 16 Grad Celsius beheizt werden konnte.
Mit dem Arbeitskreis KSN plus, dem auch Lokalpolitiker angehören, setzt sich Hartwig dafür ein, dass der Katholische Schulverband eine neue Halle finanziert. Der Verband hatte im Oktober 2012 angekündigt, einen zweistelligen Millionenbetrag für die 21 katholischen Schulen in Hamburg zur Verfügung zu stellen. Schon Ende 2012 sollte feststehen, wie viel Geld im Rahmen der Schul-Offensive in die einzelnen Schulen investiert wird. Doch bisher ist nichts passiert. Christoph Schommer, Sprecher des Katholischen Schulverbandes, erklärt die Verzögerung mit der großen Anzahl an Schulen und dem damit verbundenen Organisationsaufwand. „Im April steht die benötigte Gesamtsumme fest, dann können wir mit den Planungen beginnen“, sagt er.
Zwischen 60 bis 80 Millionen Euro will das Erzbistum Hamburg für nötige Sanierungen und Neubauten locker machen. Der Bedarf ist groß, denn viele Schulen – darunter auch die KSN – brauchen für den neu eingeführten Ganztagsbetrieb zusätzliche Räume und Küchen. Thomas Hartwig befürchtet deshalb, Neugraben könnte leer ausgehen. „Hier ist seit Jahren nichts investiert worden. Wenn wir nicht berücksichtigt werden, ist es das Aus für den Standort“, ist er sich sicher.
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