Elbfischer steht vor dem Aus

Olaf Jensen in seinem Boot. Nach einem Besitzerwechsel bei Oestamann´s Fischerhuus ist er auf der Suche nach einem neuen Stellplatz für sein Räucherbüdchen. (Foto: cvs)

Olaf Jensen bekommt von der Stadt keinen Platz im Hafen, um seinen Fisch zu räuchern

Finkenwerder/Elbvororte - Er ist einer von insgesamt sieben Elbfischern in Hamburg, die noch von ihrer Arbeit leben können. Doch jetzt droht Olaf Jensen, seinen Broterwerb zu verlieren: Er findet keinen neuen Platz, wo er seinen Fisch räuchern und verkaufen kann. Hilfe von den Behörden gibt es auch nicht.
Er macht einen Knochenjob: Seit 30 Jahren fährt Jensen frühmorgens zum Fischen: Aal oder Zander aus der Elbe, Dorsch und Hering aus der Ostsee. Sein Schiff, die „Käptn Butt“, liegt seit vielen Jahren am Rüschkanal. Hier räuchert er auch in einem einfachen Bretterverschlag auf einem Gelände direkt am Kanal seinen Fang. Oder verkauft ihn während der Saison von Mai bis Oktober jeweils sonnabends frisch direkt von seinem Boot.
Doch vor einem Jahr wurde das städtische Grundstück neu verpachtet. Auch Fischer Jensen hatte sich beworben, bekam das Grundstück zu seinem Ärger aber nicht. Jetzt will der neue Pächter mehr Geld von seinem Mieter Jensen.

„In Hamburg ist Hilfe Fehlanzeige“

Seitdem sucht der Fischer händeringend nach einem neuen Platz für seine kleine Räucherei. Seine Bitte um Unterstützung bei der Hamburg Porth Authority (HPA) verhallte jedoch ungehört.
Jetzt hat Jensen einen Standort am Rüschkanal im Blick. Dort, im Gewerbegebiet, vermietet die Sprinkenhof Garagen, und einen leeren Vorplatz gibt es auch. Ideal zum Räuchern der Fische. Keiner würde gestört werden. Und in der Saison könnte Jensen auf dem Platz einen Verkaufsstand aufstellen.
Doch die Sprinkenhof will nicht. Die Argumente des städtischen Unternehmens: In der Garage dürfen nur die Geräte gelagert werden. Räuchern und Verkaufen seien nicht vorgesehen.
Fischer Olaf ist sauer: „In anderen Häfen werden die traditionellen Fischer darin unterstützt, ihren Fang selbst zu vermarkten. In Hamburg ist Hilfe Fehlanzeige.“
Peter Schmidt, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Hamburg-Nienstedten, hat da schon eine Idee: „Olaf Jensen verkörpert ein Alleinstellungsmerkmal. Dieser Fischer wäre auch eine Attraktion für Elbdörfer wie Haseldorf und Wedel. Ich werde die beiden Bürgermeister auf diesen Fall hinweisen.“
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