Elbdeich wird fünf Jahre alt

Stephanie Grosshardt (2.v.r., mit Tochter Lotta Lou) und Claudia Kulenkampff haben den Verein Elbdeich vor fünf Jahren gegründet und seitdem viele Flyer verteilt. Der Grafiker und Musiker Ulli Bomans (l.) arbeitet in einem der Ateliers. Jonas Jacobsgaard (hier mit Tochter Milla) ist gerade nach Moorburg gezogen und dem Verein beigetreten.

Am 23. November 2008 wurde der Moorburger Kulturverein gegründet

Wie viele Konzerte, Ausstellungen und Festivals sie und ihre Mitstreiter in der alten Moorburger Grundschule organisiert haben, weiß Claudia Kulenkampff nicht mehr so genau. Dass es sehr viele gewesen sein müssen, zeigen die Stapel bunter Flyer, die die Moorburgerin aus einer prall gefüllten Plastiktüte zieht. Auch die allererste Einladung hat sie aufbewahrt. „Am 23. November 2008 haben wir alle Dorfbewohner zur Vereinsgründung in den Wasserturm eingeladen“, erinnert sich Kulenkampff. An diesem Tag vor rund fünf Jahren wurde Elbdeich e.V. ins Leben gerufen.
Die Idee, in der alten Schule am Moorburger Elbdeich 249, die schon seit vier Jahren leer stand, einen Kulturverein zu eröffnen, hatte die Kunsttherapeutin gemeinsam mit Stephanie Grosshardt, ihrer damaligen Mitbewohnerin. „Wir wollten was fürs Dorf tun und die Lebensqualität hier erhöhen“, erzählt Grosshardt, die als Sozialarbeiterin auf St. Pauli arbeitet. Damals beäugten einige alteingesessene Dorfbewohner die frisch Zugezogenen und ihr Vorhaben mit Skepsis. Doch die örtlichen politischen Gremien sicherten Kulenkampff und Grosshardt ihre Unterstützung zu und die städtische Wohnungsgesellschaft Saga-GWG, vermietete dem neu gegründeten Verein die alte Schule.
Heute arbeiten rund 80 Künstler und Musiker in den 13 ehemaligen Klassenzimmern. Das Lehrerzimmer funktionierten die Kreativen zum Café und Treffpunkt um. Ein Mal die Woche kochen hier Moorburger Mütter Mittagessen für alle und am letzten Sonntag im Monat gibt es Kaffee und Kuchen. Zudem bietet Elbdeich viele verschiedene Kurse an, darunter eine offene Kunstwerkstatt, die Kulenkampff leitet. „Wenn wir Honorare zahlen könnten, würden wir noch viel mehr machen“, sagt sie. An Ideen mangelt es nicht, doch alles mit Ehrenamtlichen umzusetzen, sei schwierig. Dennoch ist Kulenkampff froh, dass es vom Bezirk zumindest Zuschüsse für öffentliche Veranstaltungen gibt.
Mittlerweile tagen auch der Runde Tisch Moorburg und der Ständige Gesprächskreis in der Schule. Bewegen politische Themen die Dorfbewohner, trifft man sich hier zum diskutieren und debattieren. Nicht nur das zeigt, wie sehr sich der Kulturverein in Moorburg etabliert hat. „Letztes Jahr wurden wir zum Schützenfest eingeladen und saßen sogar am Ehrentisch. Das war ein Schlüsselerlebnis für mich“, sagt Grosshardt und fügt lächelnd hinzu: „Trotzdem glaube ich, dass wir noch einen Chaotenstatus haben. Das ist aber auch gut so!“



Info: Elbdeich e.V.
Moorburger Elbdeich 249. Mehr Infos zum Programm gibt es auf www.elbdeich.org
Der Verein vermietet die Aula der ehemaligen Grundschule an private Veranstalter, Interessierte können sich per E-Mail an info@elbdeich.org wenden.
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