„Eine Art kreative Selbsthilfegruppe“

Einer der Initiatoren von SuedKultur: Heiko Langanke. (Foto: ki)

Interview mit Heiko Langanke (Sprecher SuedKultur)

Olaf Zimmermann, Harburg – Vor zehn Jahren haben Kulturschaffende in Harburg die Initiative „SuedKultur“ gegründet. Zu ihren erfolgreichsten Aktionen gehören die SuedKultur Music-Nights, eine Leistungsschau der Harburger Clubszene. Jetzt haben sich die Macher an die Literatur gewagt und die
SuedLese auf die Beine gestellt. Warum? Ein Interview mit SuedKultur-Sprecher Heiko Langanke.

Wie ist die Idee für die SuedLese entstanden? Bei einem unserer monatlichen Treffen – ich glaube es war im September letzten Jahres - fiel uns auf, dass irgendwie jeder zweite Kulturort auch Lesungen anbietet. Also das sollten dann ja nicht nur wenige wieder verstärkt wahrnehmen, sondern vor allem all die Buchfreaks draußen auf den Sofas. Aus der Idee entstand der Titel, der Zeitraum und nun ist sie da: die erste SuedLese.

Zu den Südkultur Music-Nights kommen über 2.500 Besucher, teilweise sogar aus „Hamburg“. Richtet sich die SuedLese nur an Harburger? Zur MusicNight kommen mehr als 2.500 Besucher. Aber egal. Es geht ja nicht um Masse. Und nein, die Kulturangebote der SuedKultur-Schaffenden sind immer für alle Kulturinteressierten. Klar, besuchen tut uns der „interessierte Bürger“ aus der Nachbarschaft. Manchmal aber sind es eher die Themen und Inhalte oder andere Beweggründe. Zur SuedLese kommt zumindest ja einer von nördlich der Elbe – Heinz Strunk …

Die Südkultur-Macher würden gern ein Kulturfestival veranstalten. Woran fehlt es noch? Die Idee steht schon länger im Raum. Aber es ist immer ein zusätzlicher finanzieller und organisatorischer Kraftakt, das neben dem ohnehin alltäglichen Angebot zu stemmen. Geld ist das eine, aber es ist auch meist ein ziemlicher Akt zwischen Bürokratie-Anforderungen, Logistik, Anwohnern... Andererseits wäre es wirklich Zeit, all die Chöre, Theatergruppen, Bands, Autoren, bildenden Künstler zu einem Happening zusammen zu führen. Mal sehen … Es ist eine Menge kreativer Ideen da, aber man ist eben in Harburg. Da darf man sich nun auch nicht drüber hinwegtäuschen.

Wer steckt eigentlich hinter diesem Kulturbündniss Südkultur? SuedKultur ist genau vor zehn Jahren eher zufällig entstanden. Ich, seinerzeit im Jazzclub Stellwerk, Michi vom damaligen Consortium, Timo vom Café Leben und Nuca vom Harburger Theater kamen in Kontakt und merkten, dass wir selbst schon keinen blassen Schimmer voneinander haben. Wie sollen es dann andere? Und letztlich wurde und ist es auch immer noch eine Art „kreative Selbsthilfegruppe“: „Kann man jemand mit Stühlen aushelfen?“ oder „Ich brauche mal ne Kabeltrommel!“ Wir sind kein Verein, sondern treffen uns locker und machmal machen wir eben so Dinge wie den Kulturkalender www.sued-kultur.de, die MusicNight, SuedLese oder sitzen im Kulturausschuss ... – ohne Bürokratie. Ungewöhnlich, geht aber.
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