Ein Sprachrohr für Einwanderer?

Der jetzt neu gewählte Integrationsrat will Menschen mit ausländischen Wurzeln die Möglichkeit geben, auf die Entwicklungen im Bezirk aus ihrer Sicht Einfluss zu nehmen. So soll der soziale Zusammenhalt vor Ort gestärkt werden. (Foto: panthermedia)

Im Bezirk Harburg wurde der erste Integrationsrat gewählt – aber bestimmen kann er kaum etwas

Karin istel, Harburg

Im Dezember wurde der Integrationsrat im Bezirk Harburg erstmals gewählt. Mitbekommen hat die Öffentlichkeit davon wenig. Wer gehört dem Rat an? Welche Aufgaben hat er? Das Wochenblatt informiert.

Wann wurde überhaupt gewählt?
Am 5. Dezember. Es gab vier Wahllokale: zwei im Harburger Rathaus sowie in den Stadtteilbüros Neuwiedenthal und Neugraben.

Wer konnte wählen?
Jeder, der in Harburg wohnt oder arbeitet und mindestens 14 Jahre alt ist. Insgesamt haben 275 Personen gewählt.

Wer konnte gewählt werden?
Im Bezirk Harburg leben knapp über 60.000 Menschen mit ausländische Wurzeln, das entspricht 39 Prozent der Bevölkerung im Bezirk.
Zur Wahl hatten sich 20 Kan-didaten aus sieben Regionen der Welt aufstellen lassen, unter anderem aus der Türkei, Deutschland, Südamerika und der Russischen Förderation. Ja nach prozentualem Anteil der Länder an der Harburger Bevölkerung wurde bestimmt, wie viele Mitglieder aus welchem Land dem Rat angehören.
Wie viele Mitglieder konnten gewählt werden?
Der Integrationsrat hat neun Mitglieder. Jeder hat einen Vertreter. Am morgigen Mittwoch, 17. Dezember, tritt der Rat erstmals im Bezirksamt Harburg zusammen. Seine Mitglieder erhalten eine Ernennungsurunde.

Was macht der Integrationsrat?
Er mischt sich in die Politik ein, wenn es um die Frage geht: Was brauchen Einwanderer und ihre Familien wirklich? Dazu wirken Ratsmitglieder in Aus-
schüssen, erhalten Infos aus den Ausschüssen und der Verwaltung und und beraten Verwaltung und Politik bei Integrationsfragen. Fazit: So richtig viel zu sagen hat der Integrationsrat nicht.
Über seine Aktivitäten muss der Rat einmal im Jahr einen Bericht vorlegen.

Wer zahlt?
Der Rat ist Teil des Projektes „MigraNet“, das vom Bundes-innenministerium bezahlt wird und bis November 2016 läuft.

Wie nimmt man Kontakt zum Rat auf?
Noch gar nicht, denn das wird erst am heutigen Mittwoch entschieden. „Das Bezirksamt Harburg wird in der konstituierenden oder in der ersten Sitzung im neuen Jahr gemeinsam mit dem Integrationsrat klären, wie er Kontakt zu den Bürgern aufnehmen will beziehungsweise über welche Wege der Bürger an ihn heran treten kann“, sagt Bettina Maak, Sprecherin des Bezirksamtes Harburg.

Mitglieder des Integrationsrates:
Hier die gewählten Mitglieder sowie deren Stellvertreter (in Klammern genannt): Dr. Adda, Ferdaouss (Chakour, Ali); Çoban, Lena (Kantati, Fernand); Coste, Mürüvet (Kilic, Behiye Linda); Bozoudis, Theodoro (Leimbach , Martin); Durmaz, Ebru (Mian, Theophile); Eken, Ali (Scharfenberg, Mariola); Heffel, Waldemar (Schneider, Wladimir); Ilker, Kaya (Prof. Dr. Stein, Wolfgang); Lucia Pazmiño, Ana (Wache, Doris). Quelle.: Bezirksamt Harburg


Was ist die Integrationskonferenz?
Die Konferenz ist ein offenes Gremium, das zum Austauschen anregt und als Ideengeber für den Integrationsrat dient. Die Harburger Integrationskonferenz trifft sich dreimal im Jahr und widmet sich unterschiedlichen aktuellen Themen. KI
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