Ein Schelm aus Finkenwerder

Fünf Jahre alt war Marianne Menges Sohn Stefan, als ihn die Fotografin an die Wand ihres Studios gelehnt, ablichtete. Heute ziert das Bild den Titel ihres Buches „Kleiner Schelm erobert die Welt – heitere und authentische Erzählungen“. (Foto: Marianne Menges)

Marianne Menges veröffentlicht Buch mit Anekdoten über Kindheit ihres Sohnes auf der ehemaligen Elbinsel

Über ihren Sohn Stefan hat Marianne Menges viele Geschichten zu erzählen. „Er ist ein richtig pfiffiger Junge gewesen“, sagt die 77-Jährige. „Sämtliche Probleme hat er immer selbst gelöst“. Irgendwann beschloss die Finkenwerderin, die Abenteuer ihres Sohnes aufzuschreiben. Was ihr heute 51 Jahre alter Zweitgeborener bis zu seinem 16. Lebensjahr alles angestellt hat, steht in Menges neuem Band „Kleiner Schelm erobert die Welt – heitere und authentische Erzählungen“, der vor kurzem erschienen ist.
Bei der Lektüre von Menges Anekdoten kann man sich das Lachen kaum verkneifen. Doch die Geschichten haben auch einen ernsten Kern. „Das Buch sollten junge Eltern lesen. Ich gebe viele Erziehungstipps“, sagt Menges. „Mit Liebe, aber auch streng“ habe sie Stefan und den zwei Jahre älteren Martin erzogen. Drohende Konflikte ging sie dabei stets offensiv an. So auch Stefans aufkeimendes Interesse an Tabak. Menges nahm die Sache in die Hand und kaufte ihrem Sprössling die ersten Glimmstängel. „Stefan wurde erst weiß, dann grün, dann blau, und dann rannte er ins Bad“, erinnert sie sich schmunzelnd. Nach dieser Lektion ließ der damals 14-Jährige von Zigaretten die Finger, aber vom jahrelangen Pfeife rauchen hielt sie ihn nicht ab.
Die Fotografenmeisterin, die viele Jahre lang ein Fotogeschäft in der Ostfrieslandstraße betrieb, fing erst spät mit dem Schreiben an. „Ich wurde Rentnerin und kam nicht ganz damit klar“, erklärt sie. Kurzerhand bat sie ihren Sohn um seinen alten Computer und fing an zu tippen. Immer mit einem Ziel: „Ich wollte die Geschichten für Stefans Hochzeit vor 13 Jahren schreiben“, so Menges.
Von dem Geschenk waren nicht nur ihr Sohnemann und seine Angetraute, die ihm Geschichte für Geschichte vorlesen musste, begeistert. Doch viele Jahre lang kursierte das Manuskript nur im Familienkreis. Und Menges schrieb weiter. Erst als ihr Roman über die eigene Kindheit auf Finkenwerder im vergangenen Jahr veröffentlich wurde, holte sie die Geschichten über ihren Sohn aus der Schublade. Sie schrieb noch ein paar weitere dazu und fand schließlich für die insgesamt 22 Erzählungen einen Verlag.



Info:
„Kleiner Schelm erobert die Welt – heitere und authentische Erzählungen“ von Marianne Menges ist im Tredition Verlag erschienen und für 9,95 Euro im Buchhandel erhältlich.
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