Ein neues Zuhause im Kinderhaus Cranz

Raphaela Hartlief (l.) und Stefanie Tapella vom Vorstand der Benita Quadflieg Stiftung vor dem Kinderhaus Cranz. Das Gebäude war vor 15 Jahren erweitert worden, so dass jetzt rund 250 Quadratmeter zur Verfügung stehen. (Foto: Annekatrin Buruck)

Seit kurzem leben hier fünf Kinder aus Problemfamilien

von Annekatrin Buruck, CRANZ
Idyllisch liegt das Einfamilienhaus hinter dem Estedeich in Cranz. Rote Ziegel, weiße Fens-ter, ein überdachter Eingang. Ein behagliches Heim, genau das Richtige für die fünf Kinder, die seit kurzem hier leben. Sie sind Mitglieder einer Wohngruppe, die das Haus Mignon im südwestlichsten Hamburger Stadtteil eröffnet hat.
„Es sind Kinder, die nicht mehr in ihren Familien leben können“, erklärt Ruth Enste, Leiterin vom Haus Mignon und dem Kinderhaus Cranz. Psychische Probleme, Sucht oder Behinderung der Eltern, aber auch Krankheit, Traumatisierung oder Frühgeburt der Kinder – die Ursachen sind vielfältig. „Die Jungen und Mädchen sind oft lernbehindert, haben Sprachstörungen oder schlicht Angst vor Neuem“, weiß sie.
Hier in Cranz sollen die vier Jungen und ein Mädchen im Alter zwischen acht und zwölf Jahren einen ganz normalen Alltag kennen lernen. Sie leben mit einem Ehepaar – beide Sozialpädagogen – und dessen beiden eigenen Kindern zusammen. „In den herkömmlichen Wohngruppen wechseln die Betreuer ständig“, erläutert Enste. In ihrem neuen Zuhause werden Kinder und Betreuer dagegen eine große Familie sein, mit allem, was dazu gehört: Schulbesuch, Sportverein, Freunde treffen. Unterstützt wird die Gruppe dabei von einem Pädagogenteam.
Das Kinderhaus Mignon, das zwei Wohngruppen in Nienstedten betreibt, gehört zum Haus Mignon, einem Institut für ambulante Heilpädagogik und Frühförderung. Finanziell unterstützt wird es von der Benita Quadflieg Stiftung – benannt nach der Gründerin vom Haus Mignon.
Die Stiftung, aber auch private Sponsoren, haben dem Kinderhaus in Cranz nun bei Umbau und Ausstattung kräftig unter die Arme gegriffen. „Darüber hinaus finanziert die Stiftung Dinge, die über das Lebensnotwendige hinausgehen, wie zum Beispiel ein Musikinstrument für jedes Kind“, erklärt Stefanie Tapella vom Vorstand. Erst kürzlich hat der Hamburger Senat die Patenschaft für die Stiftung übernommen.
Der Erfolg gibt dem Konzept Recht: Der überwiegende Teil der Kinder schafft den Weg in ein ganz normales Leben.
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