Ein Gründervater der Grünen ist tot

Friedrich Wilhelm Merck an der Transrapid-Teststrecke in seiner alten Heimat, dem Emsland. Foto: Dittmer (Foto: Dittmer)

Friedrich Wilhelm „Friwi“ Merck verstarb im Alter von 70 Jahren nach schwerer Krankheit

Andreas Göhring, Harburg - Die Grünen trauern um einen ihrer Gründerväter: Friedrich Wilhelm Merck ist – wie erst jetzt bekannt wurde – Ende April kurz nach seinem 70. Geburtstag nach schwerer Krankheit gestorben. „Friwi“ war Mitglied im Kreisverband Harburg der Grünen und hatte sich zuletzt zum Entsetzen einiger Parteifreunde noch 2013 um die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl beworben.
Merck galt als unbequemer Streiter für die grüne Sache. Am 16. April 1945, in Sahlenburg geboren studierte er nach der Schule Physik mit Wahlfach Analytische und Angewandte Systemtheorie, forschte im Grenzbereich von Quantenphysik und Informatik und ent-deckte dabei nach eigenen Angaben „unerwartet eine neue Art von Weltformel“.
Nach Gründung der Grünen, an der er maßgeblich beteiligt war, erlebt Merck deren Einzug in die Zentren bundespolitischer Macht und gerät zunehmend in Konflikt mit seinen Parteifreunden. „Mit seinen vehement vorgetragenen Vorstellungen von physikalischer Effektivität, technischer Evolution und Logik in dieser sich eher in gesellschaftlichen Dogmen und Retrotechnik manifestierenden Gruppierung rutscht er in eine intern belächelte Flügelposition“, sagt Dr.-Ing. Wulf H. Rumpel.

Merck war in der eigenen Partei nicht unumstritten

Er ist einer von Mercks späteren Mitstreitern bei der Gründung der Gesellschaft zur Förderung der Magnetschwebetechnik / Transrapid e.V.. Mit dabei ist auch der frühere Harburger CDU-Bezirksabgeordnete Hans-Jürgen Rindfleisch. Sie alle hielten den Transrapid trotz aller Rückschläge für absolut zukunftsfähig.
Seine politische Herkunft vergaß „Friwi“ nie. Als Merck 2013 bei der Urwahl der Grünen antrat, warb er so um Stimmen: „Meine Absicht ist es, die ganze Mächtigkeit grüner Politik mit Augenmaß, Vernunft und Zielperspektive positiv zur Geltung zu bringen.“
Manchmal stand er sich auf Grund seines fundierten Wissens und seines bedingungslosen Durchsetzungswillens selbst im Weg. Rumpel: „Allerdings wäre es unaufrichtig und entspräche auch nicht seinen innersten Überzeugungen, wenn verschwiegen würde, dass er mit seiner an Absolutheit grenzenden Argumentationslinie viele seiner Gesprächspartner verstört oder gegen sich aufgebracht hat.“ Ein Visionär war Friedrich Wilhelm Merck allemal.
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