Ein Dorf als Parkplatz: Keine Lösung in Sicht

Der Moorburger Burgweg ist zugeparkt: Laut Straßenverkehrsordnung ist das erlaubt. (Foto: Marion Göhring)

Polizei will in Moorburg keine Parkzonen für Anwohner einrichten

von Marion Göhring, Moorburg
Die Moorburger können nur noch hoffen, dass es beim Bau des Kohlekraftwerks in ihrer Nachbarschaft keine weiteren Verzögerungen gibt. Bevor das Kraftwerk ans Netz geht, wird es auf den Straßen des alten 800-Seelen-Elbdorfs keine Entlastung geben. Die Anwohner werden sich weiterhin darüber ärgern, dass sie manchmal die abgestellten Autos der Bauarbeiter mühsam umkurven müssen, wenn sie auf ihr Grundstück wollen.
Dass ein ganzes Dorf zu einem riesigen Parkplatz geworden ist, hatte auch die Politik schon bemerkt und ein paar Anträge geschrieben. Darin forderten SPD und CDU unter anderem die Einrichtung von Parkzonen für Anwohner. Doch die Politik ist machtlos, wenn die Polizei nicht will. Und die war im Regionalausschuss Süderelbe deutlich: Die Moorburger Straßen seien öffentliche Straßen und damit darf sie jeder benutzen, wann und wo er will. „Er muss sich nur an die Straßenverkehrsordnung halten“, sagte Heinz Nepper, Leiter der Abteilung Prävention und Verkehr im Polizeikommissariat 47.
Nepper machte auch klar, dass sich Bauarbeiter in der Regel an die Straßenverkehrsordnung halten. Wenn nicht, werde eben „gezettelt“ – sprich: Es gibt ein Verwarngeld fürs Falschparken. In Moorburg gebe es aber nicht auffällig viele Parksünder. Da sich Anwohner darüber beklagt hatten, dass gelegentlich auch ihre Grundstückszufahrten zugestellt sind, verwies Nepper auf die Rechtslage: Laut gängiger Rechtssprechung sei es den Anwohnern in solchen Fällen zuzumuten, „mehrfach hin- und herzurangieren“. Das müsse ein geübter Autofahrer „aushalten“.
Auch dem Betreiber eines Kiosks machte die Polizei wenig Hoffnung. Der hatte sich darüber beklagt, dass Autofahrer bei ihm kaum noch anhalten könnten, um sich „schnell mal ein Brötchen rauszuholen“ oder „einen Kaffee zu trinken“. Die Plätze vor seinem Laden seien durch Dauerparker belegt. Nepper wies darauf hin, dass ein eingeschränktes Halteverbot auch keine Lösung sei. Das erlaube nämlich nur das Be- und Entladen, ein Verlassen des Fahrzeugs sei nicht gestattet. Nun soll die Polizei prüfen, ob es sinnvoll ist, vor dem Laden nur noch Kurzparken mit Parkscheibe erlaubt werden soll.
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