Ein Antiquitäten-Krimi ist zu Ende

Prof. Rainer-Maria Weiss (Direktor Archäologisches Museum Hamburg), Pröpstin Carolyn Decke (Propstei Harburg) und Spender August Ernst bei der Übergabe des Weihwasserbeckens in der St. Maria Magdalena Kirche Moorburg. (Foto: Archäologisches Museum Hamburg)

Das Weihwasserbecken aus dem 15. Jahrundert ist wieder zurück in der Moorburger Kirche

Moorburg - Als Kolumbus Amerika entdeckte und sich die englischen Häuser York und Lancaster blutige Kriege um die englische Krone lieferten, wurde es hergestellt: das Weihwasserbecken für die Kirche in Moorburg aus dem 15. Jahrhundert. Nach einer spannenden Odyssee kehrte es nach 500 Jahren kürzlich wieder an seinen Ursprungsort zurück.

Für die Polizeibeamten des Bundeskriminalamtes (BKA) war das Durchsehen des Kataloges eines Münchener Auktionshauses im Computer reine Routine. Doch dann entdeckten sie etwas Interressantes: Ein sandsteinernes Becken, auf dessen Inschrift deutlich der Name „Moorburg“ zu lesen ist.
Bei ersten Recherchen stellte sich heraus, dass das Weihwasserbecken aus einer Kirche stammt, die erstmals 1309 erwähnt wurde und bis 1597 auf einer Warft am Moorburger Kirchteich gestanden hatte. Das Becken war damals „nur“ für die bäuerlichen Moorburger Kirchenbesucher gefertigt worden.

Umgehend nahm das BKA in Wiesbaden Kontakt mit ihren Harburger Kripo-Kollegen auf. Diese setzten sich wiederum mit dem Archäologischen Museum (Helms Museum) in Verbindung. Es konnte – dank der Spende des Unternehmers August Ernst – das Weihwasserbecken ankaufen und in seine Sammlung eingliedern. „Die Rückführung eines so wichtigen Objektes ist für das Museum ein
Glücksfall. Doch wir wollten das Becken nicht in unser Depot verbringen, sondern es an seinen ursprünglichen Platz zurückkehren lassen“, so Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums. Das Weihwasserbecken wird daher als Dauerleihgabe der heutigen evangelischen Kirche in Moorburg übereignet. 
Auch Carolyn Decke, Stellvertreterin der evangelischen Bischofin Kirsten Fehrs für die Region Harburg, freut sich: „Die Übergabe dieses alten Weihwasserbeckens ist auch für mich als Pröpstin etwas Besonderes: Wann kommt es schon vor, dass sich so viele unterschiedliche Institutionen und Personen deutschlandweit für einen kirchlichen Einrichtungsgegenstand einsetzen?“
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