Eigene Wohnung abgefackelt

Der Feuerwehr gelang es, die Flammen zu löschen, bevor weitere Wohnungen in dem Reihenhaus beschädigt wurden. (Foto: Carsten Borck)

Fischbek: Bandstitifter wurde von Nachbarn gerettet

Die dramatische Rettungsaktion vom 19. April wird Barbara Wolinski noch lange im Gedächtnis bleiben. Am Nachmittag brannte das Obergeschoss eines Reihenhauses im Kiesbarg – nur wenige Meter von ihrem eigenen Haus entfernt. „Eine Nachbarin von gegenüber sah Rauch aus dem Dach kommen. Ihr Bruder und ein Freund sind sofort rübergelaufen“, berichtet die 73-Jährige.
Weil diebrennende Wohnung jedoch abgeschlossen war, muss-ten die jungen Männer die Tür eintreten, um den Bewohner zu retten. Der habe apathisch auf dem Bett gesessen, das Feuerzeug noch in der Hand. „Lass mich doch sterben, hat er zu den Jungs gesagt“, erzählt die ältere Frau mitgenommen. „Wir sind alle erschüttert!“ Die beiden Helfer schleppten den Mann raus und legten ihn auf die Wiese auf der anderen Straßenseite. „Ich habe ihn mit einer Nachbarin betreut, bis der Krankenwagen kam“, sagt Wolinski. Der Mann hatte so viel heiße Luft und Rauch eingeatmet, dass er ins Krankenhaus musste. Auch einer der jungen Männer musste behandelt werden. Ihr Einsatz hat Wolinski beeindruckt. „Es ist heutzutage nicht selbstverständlich, dass junge Burschen so beherzt eingreifen“, sagt sie.
Polizeisprecherin Karina Sadowsky bestätigt, dass es sich bei dem Brand um einen Selbstmordversuch gehandelt habe. Der Mann wurde in die Psychiatrie eingewiesen. Mit rechtlichen Konsequenzen muss er dennoch rechnen. „Es liegt der Verdacht der schweren Brandstiftung vor“, sagt Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers. Bei einer Verurteilung muss der Mann mit bis zu 15 Jahren Gefängnis rechnen. Ob er überhaupt angeklagt wird, sei jedoch fraglich. Möllers: „Wir prüfen seine Schuldfähigkeit.“
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Christiane Renken aus Neugraben | 30.04.2012 | 20:35  
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