Drama um vermeintliche Wildkatze

Weil sie „Terbby“ für eine Wildkatze hielt, brachte Maria Kaufmann den verletzten und an Katzenaids erkrankten Kater zu einer Tierärztin. Die sah keine Heilungschancen mehr und schläferte das Tier ein. Jetzt erhebt die Besitzerin des Katers schwere Vorwürfe gegen Maria Kaufmann. Foto: pr

Kater „Terbby“ wurde eingeschläfert – seine Besitzerin ist stinksauer!

von Anna Sosnowski
Neu Wulmstorf. Monatelang vermisste Andrea N. ihren Kater „Terbby“. „Ende März kam er einfach nicht nach Hause“, erzählt die Neu Wulmstorferin. Erst im letzten Wochenblatt erfuhr sie, was ihrem Stubentiger wiederfahren ist. „Er ist eingeschläfert worden“, sagt N. entsetzt.
Was ist passiert? Vor rund einem Jahr wurde Maria Kaufmann, die ganz in der Nähe von N. beim Freibad Neu Wulmstorf wohnt, auf den getigerte Kater aufmerksam. „Er war in einem sehr schlechten Zustand und bettelte um Futter“, erzählt sie. Keiner ihrer Nachbarn wusste, wem das Tier gehörte und auch im Tierheim hatte ihn niemand als vermisst gemeldet. Weil der Kater einen verwahrlosten Eindruck machte und unkastriert und ungechipt war, nahm Kaufmann an, er sei herrenlos. Der scheue Kater tat der Frau, die selbst zwei Katzen hat, leid und sie fing an, ihn regelmäßig zu füttern. Als Terbby im März mit blutigen Kopfwunden in ihren Garten tappelte, wandte sich die Tierfreundin an die Katzennothilfe Buchholz. Eine Tierärztin untersuchte den Kater, stellte bei ihm die unheilbare Krankheit Katzenaids fest und schläferte ihn ein.
Dazu hätte sie kein Recht gehabt, sagt jetzt Terbbys Frauchen. Zudem hätte Maria Kaufmann ihren Kater nicht füttern dürfen. „Jeder weiß, dass man fremde Katzen nicht füttert. Natürlich kommen sie dann wieder“, sagt N. wütend. Der neunjährige Terbby sei zwar krank gewesen, hätte sich aber immer wieder erholt. „Er war nur so mitgenommen, weil Balzzeit war und er sich mit anderen Katern geprügelt hat“, ist sich N. sicher. Kaufmann sieht das anders: „Wenn sie sich gekümmert hätte, wäre der Kater nicht in so einem schlechten Zustand gewesen“, kontert sie. „Ich habe wie jeder Tierfreund gehandelt und habe mir nichts vorzuwerfen.“
Angelika Bergemann von der Katzennothilfe Buchholz gibt ihr Recht. „Es war verantwortungslos von der Besitzerin den Kater ohne tierärztliche Behandlung frei rumlaufen zu lassen“, sagt Bergemann. „Er hätte beim Prügeln mit anderen Katzen die ganze Gegend mit Katzenaids vereuchen können.“ Den Kopf hätte sich das arme Tier selbst aufgekratzt, weil er voller Ohrmilben war. Zudem heilten die Verletzungen durch die Immunschwächekrankheit kaum. Bergmann: „Wir konnten es nicht verantworten, ihn frei zu lassen.“
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