Drache speit wieder Feuer

Fliesenmeister Lars Geffken und die Eimsbüttler Mosaikkünstlerin Cornelia Zinke verputzen die neuen Mosaiksteine. Gröber als die Originalteile stellen sie die Flammen aus dem Maul des Drachens dar. (Foto: Steffen Kozieraz)

Harburger Sicherheitskonferenz lässt beschädigtes Mosaik am Neuwiedenthaler S-Bahntunnel reparieren

Steffen Kozieraz, Neuwiedenthal
Unterführungen an Bahnstationen gehören auch in Neuwiedenthal zur Kategorie „Augen zu und durch!“ Umso schöner, dass sich am Ostausgang der Augenaufschlag lohnt, denn hier begrüßt das feurigbunte Drachenmosaik die Passanten seit kurzem wieder in voller Pracht.
Durch Frost und Vandalismus war das 2006 geschaffene Kunstwerk im unteren Teil stark beschädigt und bot ein Bild des Zerfalls. So wurde es zum Fall für die Sicherheitskonferenz Harburg, die der Bezirksamtsleitung untersteht und sich für einen sauberen und sicheren Bezirk einsetzt. Für 3.750 Euro engagierte sie den Fliesenmeister Lars Geffke und die Mosaikkünstlerin Cornelia Zinke, die dem Drachen mit über 500 Keramikteilen neues Leben einhauchen. Und das soll ihm auch nicht so schnell wieder ausgehen, denn der Fliesenexperte beugt mit einer wasserdichten Spezialversiegelung den Frostschäden vor.
Doch werden wohl die alten Stellen des Mosaiks bald weg-bröckeln, fürchtet Lars Geffke und klopft gegen die Brust des Drachens, aus der es ganz hohl klingt. Das Mosaik im Originalzustand zu restaurieren, wäre sehr aufwendig. Schon die jetzige Ausbesserung ist eine andere Version. Nicht so kleinteilig und weniger filigran und verspielt als die von Mammat Oghatian, der dieses Kunstwerk zusammen mit Neuwiedenthaler Kindern schuf. „Es sollten damit die Kosten eingegrenzt werden,“ erklärt Christian Diesener von der Sicherheitskonferenz die gröberen, nur aus vier matteren Farben bestehenden Neugestaltung.
Doch betont Diesener die Funktion der neuen Edelstahlflächen – die alten waren verbeult und zerkratzt: „Mit den neuen Spiegelflächen können die Leute wieder einen Blick um die Ecke werfen, wodurch das Sicherheitsgefühl steigt.“ Schaut man durch die Spiegel um die Ecke, kann man fast das Rosenmosaik im Tunnel sehen. Die Rose erinnert an den 17-jährigen Mirko, der sich wegen Erpressung und Gewalt 1997 vor die S-Bahn warf und starb. „Der Drache stehe für Lebendigkeit. Und er hat ein wachsames Auge auf den Stadtteil,“ interpretiert Diesener das instandgesetzte Mosaik.
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