Dieser Park hat keinen Namen

Der Name für den neuen Park in Neugraben soll Ende Juni vom Regionalausschuss entschieden werden.

Entscheidung erneut vertagt: Regionalausschuss Süderelbe soll Ende Juni über Vorschläge abstimmen

von Sabine Langner, Neugraben
Vögel zwitschern, Kinder spielen, ältere Menschen gehen gemütlich spazieren, andere sitzen unter Schatten spendenden Bäumen und lesen. Solche Szenen könnten sich irgendwann in den kommenden Jahren in dem neu angelegten Park hinter dem Bildungs- und Gemeinschaftszentrum Süderelbe einmal abspielen. Im Moment ist der Bereich zwischen Ulenflucht und Ackerweg allerdings mehr eine Grünfläche, die fast nahtlos übergeht in ein brach liegendes Gebiet, das demnächst bebaut werden soll. Auch die frisch gepflanzten Bäume brauchen noch ein paar Jahre, bis sie tatsächlich Schatten spenden können.
Soweit alles prima, wäre da nicht die Sache mit dem Namen: Seit der Fertigstellung des BGZ vor gut einem Jahr wird in Harburgs Lokalpolitik diskutiert, wie der angrenzende Park heißen soll. Eigentlich sollten die Mitglieder des Regionalausschusses über alle Parteigrenzen hinweg gemeinsam einen Konsens finden. Doch genau daran hapert es. Hoffte Bezirkspolitiker Arend Wiese (SPD) in der letzten Woche noch darauf, „das am Mittwoch weißer Rauch aufsteigt“, wurde die Entscheidung jetzt auf Ende Juni verschoben. Immerhin gibt es jetzt nur noch drei Vorschläge, die im Rennen sind. Zur Wahl stehen: „Gönke Tiedemann Park“, „Johannispark“ und „Bürgerpark Neugraben“.
Doch schon droht das nächs-te Ungemach. Außer Wiesen und Bäumen soll der Park eigentlich auch ein sogenanntes Aktivitätsband bekommen. Parallel zur Bahnlinie sollen zwei Kleinfelder für Fußballspiele entstehen, verschiedene Spielgeräte, eine Fläche für Boule, Bänke und Mülleimer sind geplant. Doch damit soll erst begonnen werden, wenn der zweite Bauabschnitt des angrenzenden Wohngebietes beginnt. Laut Arend Wiese haben die Planungen zwar begonnen, wann ihre Umsetzung losgeht, kann im Moment noch niemand sagen. Bis dahin erobern Jugendliche den Park in den Abendstunden. Arend Wiese befürchtet, dass sie das Inventar des Parks zerstören und vermüllen könnten, noch bevor er eine Chance hatte schön zu werden. „Wir erhoffen uns eine stärkere soziale Kontrolle für den Park, wenn erst die neuen Häuser stehen“, sagt der SPD-Mann.

Info:

Vorschläge für die Benennung von Wegen, Straßen, Plätzen und Parks können theoretisch von Bürgern, Politikern oder auch von der Verwaltung eingebracht werden. Abgestimmt wird in der Bezirksversammlung Harburg. Wenn die sich auf einen Namen einigt, wird der Vorschlag weiter geleitet an das Staatsarchiv. „Dort prüft man beispielsweise die Verwechslungsgefahr mit anderen Hamburger Straßen“, erläutert Beatrice Göhring, Pressesprecherin des Bezirksamtes. „Sollte es keine Beanstandungen geben, erstellt das Staatsarchiv eine Senatsvorlage. Der Beschluss des Senats über diese Vorlage geht dann wieder an das Bezirksamt Harburg, der diesen anschließend umsetzt, sprich die Schilder bestellt und aufstellt.“ Wichtig sei bei der Benennung nach Personen, dass diese bereits vor mindestens zwei Jahren verstorben sein müssen.
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