Diese Texte haben’s in sich

Preisträger und Jury: Elisabeth Steinfeld (2. Platz), Susanne Sakel (1. Platz), Anke Koopmann (3. Platz), Jurorin Angela Forster, Juror Günter Heise, Vorleserin Diana Liboschik (v.l.). (Foto: Andreas Tsilis)

1. Neu Wulmstorfer Schreibwettbewerb kam gut an – Fortsetzung folgt

von Andreas Tsilis, Neu Wulmstorf
Peter hat es satt. Mieser Job, schlecht bei Kasse und dann noch die kostspieligen Wünsche seines Sohnes – ein teures Handy. Dem Lagerarbeiter bleibt keine andere Wahl, als einen Bruch zu machen. „Manchmal muss man Robin Hood spielen, wenn das Schicksal nicht in die Puschen kommt.“ Er klaut einem reichen Opa dessen „Dingsda“. „Dingsda“ ist nicht nur das begehrte Smartphone, sondern auch Titel der bestprämierten Kurzgeschichte beim ersten Neu Wulmstorfer Schreibwettbewerb.
25 Literaturfreunde von 12 bis 70 Jahren schrieben und reimten, was das Zeug hielt, mal lustig, mal nachdenklich, von tragisch bis böse. Eine dreiköpfige Jury entschied anonym, in die engere Auswahl kamen Geschichten, die „von Anfang bis Ende komplett durcherzählt waren“, erklärt Angela Forster, Jurymitglied und Organisatorin des Schreibwettbewerbs.
Aufs Treppchen schafften es schließlich Susanne Sakels Sozial-Drama „Dingsda“, Elisabeth Steinfelds heiter-nachdenkliches Pflegechaos „Martha“ und Anke Koopmanns „Leise“. Während Lokalmatadorin Steinfeld die Zustände in Pflegeheimen anprangerte, servierte Anke
Koopmann tiefsinnige Kost: „Leise, leise ist meine Reise, denn die kostbarsten Sachen sind leise“, heißt es am Ende ihres Gedichts. Ganz und gar nicht leise war die Reaktion des Publikums. Die von der der Jury vorgetragenen Texte wurden eifrig beklatscht und diskutiert. Für allgemeines Gelächter sorgte Angela Forsters Story über den von seiner Frau einbetonierten Modellbahnliebhaber „Eisenbahn-Heinz“.
Am Ende des zweistündigen Abends stand fest: Gewonnen hatten nicht nur die Preisträger, sondern alle Anwesenden. Möglich gemacht hatte es die Literatur, die Jung und Alt vielstimmig zusammenwürfelte. Der nächste Wettbewerb der Neu Wulmstorfer Schreibwerkstatt startet am 6. Oktober, das Preisgeld für den Bestplatzierten ist von 100 Euro auf 500 Euro aufgestockt worden.
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