Diese Kirche ist zwar klein, aber dafür gemütlich

Von der ersten Idee für die Festwoche bis zu ihrer Realisierung ab dem kommenden Wochenende sind zwei Jahre vergangen. Pastorin Bettina von Thun (r.) und Heidi Leuteritz freuen sich auf die Feier.
 
An der Seite der kleinen Kirche im neoromanischen Baustil ist die renovierte Fassade schon zu sehen. Die Arbeiten an der Vorderfront laufen zurzeit auf Hochtouren.
Hamburg: Michaeliskirche |

Michaelisgemeinde feiert 100-jähriges Kirchenjubiläum mit einer Festwoche

Noch verdeckt ein Baugerüst die rot-weiße Backsteinfassade der Michaeliskriche, doch bis zu ihrem 100-jährigen Kirchenweihjubiläum am Sonnabend, 29. Oktober, soll der kleine Bau in neuem Glanz erstrahlen. „Die Arbeiten waren nötig, denn die Fugen haben schon gebröckelt“, erklärt Pastorin Bettina von Thun und fügt hoffnungsvoll hinzu: „Jetzt drücken wir die Daumen, dass alles rechtzeitig fertig wird!“
Zwei Jahre lang hat von Thun mit einem Team aus Mitgliedern der evangelisch-lutherischen Gemeinde das Jubiläum geplant. Gemeinsam hat die Gruppe eine umfangreiche Festwoche auf die Beine gestellt (siehe Kasten), zu der alle Interessierten eingeladen sind. „Wir wollten die Vielfältigkeit, die die Michaelisgemeinde ausmacht, deutlich machen“, erklärt Mitorganisatorin Heidi Leuteritz. Besonders wichtig sei ihr dabei die Veranstaltung am Sonnabend, 5. November. „Dann stellen sich Kirchengruppen vor und präsentieren unser Profil“, so Leuteritz. Im Anschluss wird gemeinsam zum Thema „Kirche als Anwältin der Schwachen oder mischt sich Kirche zu sehr in die Tagespolitik ein?“ diskutiert.
Begleitend zum Jubiläum hat die Gemeinde eine Festschrift herausgegeben, die man für fünf Euro im Kirchenbüro kaufen kann. Sie informiert über die Aktivitäten der Gemeinde, wie Kirchenmusik und Jugendarbeit. Ein Teil ist ihrer Geschichte gewidmet. Und die kennt wohl kaum einer so gut, wie Uwe Michelau, der ehemalige Diakon der Gemeinde. Er hat viel über die Kirche geforscht und sie seit fast 30 Jahren zu allen Jahres- und Tageszeiten fotografiert. „Kirchengeschichte ist mein Hobby“, erklärt Michelau. Die Gemeinde wurde schon 1903 mit damals 1.200 Gemeindemitgliedern gegründet, doch bevor die Kirche 1911 gebaut wurde, mussten die Gläubigen mit einem engen Schulraum abwechselnd in Fischbek und Neugraben vorliebnehmen, berichtet der Hobby-Historiker.
Eng wird es in der Kirche, die der renommierte Architekt Karl Mohrmann im neoromanischen Stil der Hannoverschen Schule entworfen hat, auch heute noch gelegentlich. Schließlich passen nur 350 Menschen in die Kirche und die Gemeinde zählt 6.300 Mitglieder. Das kann besonders Weihnachten oder bei Konfirmationen schwierig werden. „Das sind die Schattenseiten“, meint Pastorin von Thun. „Unsere Kirche ist gemütlich, aber manchmal einfach zu klein.“

Festwoche: 100 Jahre Michaeliskirche
Sonnabend, 29. Okotber: Kirchweihtag, ab 18 Uhr Empfang, von 18.45 bis 21.30 Uhr buntes Programm
Sonntag, 30. Oktober: 10 Uhr Festgottesdienst mit Probst Bollmann, anschließend Kirchenkaffee, 17 Uhr Konzert: Oratorium „Adam“
Montag, 31. Oktober: 19 Uhr Reformationsgottesdienst
Dienstag, 1. November: 15 Uhr Seniorennachmittag, abends singt der Chor „Grenzenlos“ in der Kirche
Mittwoch, 2. November: 19 Uhr offenes Singen und Gitarrenkreis mit Britta Fritsch in der Kirche
Donnerstag, 3. November: 19.30 Uhr Konzertabend
Freitag, 4. November: ab 16 Uhr Kinder- und Jugendtag
Sonnabend, 5. November: 17 Uhr Gruppen präsentieren das Kirchenprofil, Infos, Kulinarisches und Kunsthandwerk, um 19 Uhr Diskussion zum Thema „Kirche als Anwältin der Schwachen“
Sonntag, 6. November: 10 Uhr Abschlussgottesdienst
Ort: Michaeliskirche, Cuxhavener Straße 323
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