„Die Polizei kümmert sich einen Dreck!“

Seit zehn Wochen geht in Neuenfelde ein Reifenschlitzer um.

Gehbehinderter Neuenfelderin wurden die Autoreifen zerstochen – Polizei weigerte sich hinzukommen

Neuenfelde - Wenn das Wochenende kommt, hat Karin B. Angst. Nicht um sich, sondern um das Familienauto. Seit zehn Wochen treiben Reifenschlitzer ihr Unwesen im Seehofring. „Ich habe bei der Polizei angerufen. Aber die kümmern sich nicht darum. Ich soll aufs Revier kommen. Ich bin gehbehindert. Das kann ich nicht“, so Karin B.

Was war los?
„Seit zehn Wochen werden meist am Wochenende die Reifen der Autos hier im Seehofring aufgeschlitzt. Angefangen hat es bei meiner Nachbarin. Bei uns wurden die Autoreifen dreimal aufgeschlitzt. Bei meinem Nachbar wurden sogar Beulen ins Auto geschlagen. Insgesamt sind vier Nachbarn betroffen“, erinnert sich die Neuenfelderin. Sie vermutet, dass die Reifen mit einem Cuttermesser oder einem Messer mit zweischneidiger Klinge aufgeschlitzt wurden. Ein
Racheakt? „Wir wissen nicht, wen wir hier zum Feind haben sollten.“

Wurde der Vorfall der Polizei gemeldet?
„Ja. Ich habe 110 angerufen. Dort wurde ich erst einmal zusammengesch..., als ob ich eine dumme Göre wäre“, ist Karin B. noch heute empört. „Ich habe den Schaden telefonisch gemeldet. Ich erwarte, dass sich die Polizisten in den Wagen setzen und herkommen, um eine Anzeige aufzunehmen. Doch mir wurde gesagt, ich soll nach Cranz oder Neugraben ins Polizeirevier kommen. Cranz ist vier Kilometer weg. Nach Neugraben müsste ich mit dem Bus fahren. Ich bin schwer krank und gehbehindert, laufe an Krücken. Wie soll ich denn dorthin kommen? Die Polizei kümmert sich einen Dreck!“, sagt sie verbittert.

Wie sieht die Polizei die Reifenschlitzerei?
Christian Krause aus der Einsatzabteilung des Neugrabener Polizeikommissariates 47 (PK 47): „Es kommen Einzelfälle vor. Dort haben wir aber keine Serie.“ Dass kein Einsatzwagen zu der gehbehinderten Frau geschickt wurde, versteht Krause auch nicht: „Es wird immer ein Streifenwagen rausgeschickt, besonders, wenn man sagt, dass man betroffen ist und nicht selbst zum Revier kommen kann.“

Wie schützt sich Karin B. jetzt?
„Ich habe auf den Parkplatz vor dem Haus eine Kamera ausgerichtet. Die läuft. Doch gesehen habe ich darauf noch nichts“, sagt Karin B. frustriert.
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