„Die Menschen sind beunruhigt!“

350 Menschen protestierten trotz stömenden Regens gegen die Unterbringung von bis zu 4.200 Flüchtlingen in Neugraben. (Foto: pr)

350 Neugrabener protestierten gegen die Unterbringung von 4.200 Flüchtlingen im Stadtteil

Neugraben – Sonntagnachmittag. Es goss in Strömen. Doch das hielt etwa 350 Menschen nicht davon ab, durch den Stadtteil zu ziehen und unter dem Motto „Neugraben geht in die Luft“ gegen die Unterbringung von 4.200 Flüchtlingen vor Ort zu protestieren. Sie befürchten eine Ghettobildung.

Wer rief zur Demo auf?
Die neu gegründete Bürgerinitiative (BI) „Nein zur Politik, Ja zur Hilfe“.

Warum gabs die Demo?
In Neugraben sollen an die 4.200 Flüchtlinge untergebracht werden. Davon sollen 458 Personen Am Aschenland 1 und bis zu 3.000 Menschen am Aschenland 2 wohnen, in unmittelbarer Nähe zum Neubaugebiet Vogelkamp. In der Zentralen Erstaufnahme (ZEA) im ehemaligen Obi-Markt werden bis zu 748 Personen aufgenommen. „Die Herren im Rathaus sehen leider nicht, dass sie Ghettos schaffen werden. Die Menschen sind beunruhigt“, sagt Uwe Schröer von der BI.
Die 350 Demonstranten fordern, dass höchstens 1.500 Flüchtlinge in Neugraben einquartiert werden. Doch es ist fraglich, ob die BI die Meinung der Mehrzahl der Bewohner wiedergibt. In Neugraben leben über 27.000 Menschen.

Was wird befürchtet?
Die Demonstranten fürchten sich vor Zuständen wie in den Pariser Vororten, in denen chanchenlose und sozial benachteiligte Jugendliche randalieren. Mit einer solch hohen Zahl an Flüchtlingen an einem Ort schaffe man Voraussetzungen wie in den Pariser Vororten, so ein Demonstrant.
Unter den Flüchtlingen werden auch Kinder sein, geschätzt etwa 800. Sie können kein Deutsch. Das sei problematisch. Die Schulen vor Ort könnten das nicht wuppen, so eine Demonstrantin.

Sind die Demonstranten Rechtsradikale?
Gegen diesen Vorwurf wehrt sich die BI: „Wir wollen keine Übergriffe auf ausländische Mitbürger. Denn so tickt Neugraben nicht“, weist Schröer den Vorwurf zurück.

Warum heißt das Demonstrationsmotto „Neugraben geht in die Luft“?
Die Demonstranten fürchten, dass Neugraben als „funktionierender“ Stadtteil von der hohen Anzahl der Flüchtlinge „gesprengt“ wird. Deshalb ließen sie Luftballons steigen mit der Aufschrift „Ghetto“, „Konzept?“ und „Demokratie?“
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