Die Angst geht um

Die Idylle trügt: Der Boden der Kiesgrube ist möglicherweise kontaminiert. Doch das Bezirksamt erklärt sich für nicht zuständig. (Foto: mag)

Lagern in der ehemaligen Mülldeponie Kiesbarg nur Hausmüll oder auch Industrieabfälle?

Andreas Göhring, Fischbek – Wie gefährlich ist die ehemalige Mülldeponie Kiesbarg denn nun wirklich? Wurde dort auch giftiger Industriemüll abgelagert, der Boden und Grundwasser möglicherweise verseucht? Geklärt ist das trotz zweier Anfragen an das Bezirksamt immer noch nicht. Bei den meisten Fragen der CDU-Bezirksabgeordneten Brit-Meike Fischer-Pinz hat das Bezirksamt ausweichend geantwortet: nicht zuständig! Das hat die Verunsicherung der Bürger erneut angeheizt, denn das herrlich gelegene Tal neben dem Naturschutzgebiet Fischbeker Heide ist nicht nur als Hundeauslaufzone ausgewiesen, es ist auch ein beliebtes Ausflugsgebiet für Kinder.
Besorgte Bürger hatten sich wie berichtet schon im Juni im Regionalausschuss Süderelbe zu Wort gemeldet. Sie hatten gehört, dass eine Schäferin ihre Tiere nicht mehr in der Grube am Kiesbarg grasen lassen sollte. Das gab Raum für Spekulationen: Sind Gras und Pflanzen schon kontaminiert? Das ließ sich allerdings schnell klären: Die Schäferin war nur auf ihren Auftrag hingewiesen worden: Die Tiere sollten Gras und Heidekraut im Naturschutzgebiet – und nicht daneben – kurz halten.
Auf eine Frage hatte Harburgs Baudezernent Jörg Penner geantwortet, es handele sich bei der Fläche „um eine zwischen 1943 und 1974 mit Hausmüll verfüllte ehemalige Kies- und Sandabbaugrube. Hinweise auf mögliche Verfüllungen mit Industrieabfällen hätten durch Messungen nicht bestätigt werden können“.

Baudezernat fühlt sich nicht zuständig

Fischer-Pinz ist stutzig geworden: „In einer Senatsdrucksache aus dem Juli wird die Fläche am Kiesbarg eindeutig als Deponie für Industrie- und Gewerbeabfall und nicht etwa als Hausmülldeponie gekennzeichnet.“ Das sei ein Widerspruch zu den Aussagen von Penner.
Doch der Baudezernent sieht den Widerspruch nicht. Er habe sehr wohl darauf hingewiesen, dass es „Hinweise auf mögliche Industrieablagerungen gegeben habe, dies konnte aber durch Messungen des Grundwassers nicht bestätigt werden“.
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Fischer-Pinz hat das Harburger Baudezernat mit einem Hinweis lapidar beantwortet: „Dafür ist die Umweltbehörde zuständig.“ Die Sorgen der Bürger bleiben.
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